Netzwerk gegen Einbrecher-Banden

8210 mal haben Einbrecher in Bayern im vorigen Jahr zugeschlagen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg der Fälle um 30 Prozent. Bild: Götz

Immer öfter schlagen Einbrecherbanden in Bayern zu. Sie hinterlassen meist verwüstete Wohnungen und schockierte Opfer. Gemeinsam will nun die Polizei aus Deutschland, Österreich, Bulgarien, Rumänien und Serbien gegen die Täter vorgehen.

Bayern und die Staaten Südosteuropas wollen künftig bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Einbruchskriminalität enger zusammenarbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung traf Bayerns Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer nach einer dreitägigen Expertenkonferenz in München mit führenden Polizeikräften aus Österreich, Bulgarien, Rumänien und Serbien sowie dem Bundeskriminalamt und Europol.

Ziel ist es, aus Südosteuropa stammenden reisenden Einbrecherbanden konsequenter das Handwerk zu legen. "Damit können unsere Ermittler den internationalen Banden noch dichter auf den Fersen sein und sie schneller aus dem Verkehr ziehen", sagte Schmidbauer. Trotz einer im vergangenen Jahr gestarteten Großoffensive der bayerischen Polizei ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im Freistaat noch einmal dramatisch angestiegen. Nachdem bereits von 2012 auf 2013 eine Zunahme von 5709 auf 6385 Fälle (plus 11,8 Prozent) verzeichnet werden musste, kam es 2014 zu einem neuerlichen Anstieg um fast 30 Prozent auf 8210 Fälle. Bayern sei damit zwar weiterhin - bezogen auf die Bevölkerungszahl - am geringsten mit Wohnungseinbrüchen belastet, doch bereite der Polizei die Entwicklung Sorge, erklärte Schmidbauer. Zumal die Aufklärungsquote bei nur etwa 15 Prozent liege. Nach Schätzungen der Polizei wird etwa die Hälfte der Delikte von reisenden Banden verübt, die vorwiegend aus dem südosteuropäischen Raum kommen.

Um dem entgegenzuwirken, haben die Polizeivertreter in München vereinbart, ein internationales Netzwerk von Ermittlungsexperten aufzubauen, das in regelmäßigem Informationsaustausch über Reisewege und Absatzmärkte der Täter stehen soll. Ins Visier genommen werden sollen auch die Strippenzieher im Hintergrund, da die Einzeltäter vor Ort von den Banden leicht ersetzbar seien. Als ganz wesentlichen Baustein in der Strategie gegen die Wohnungseinbrüche nannte Schmidbauer die Schleierfahndung im Grenzraum zu Tschechien und Österreich.

An die Bevölkerung appellierte er, verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich an die Polizei zu melden, da jede Festnahme Folgeeinbrüche verhindere und die Kenntnisse der Ermittler über das Vorgehen der Banden vergrößere.
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