Neue Fassung für Juwel

Noch Zukunftsmusik ist ein Rundweg mit freiem Blick auf die evangelische St.-Ulrich-Kirche. Bild: hch

"Die Dorferneuerung in Wilchenreuth ist gestalterisch anspruchsvoll. Ein Juwel ist die evangelische St. Ulrich Kirche." Das meint Karl Spindler.

Die Menschen hätten bei der Dorferneuerung viel zu gewinnen oder zu verlieren, urteilte Landschaftsarchitekt Karl Spindler über die Chancen der Dorferneuerung bei deren Auftakt. "Wenn jetzt nichts passiert, bleibt die nächsten 50 bis 60 Jahre alles beim Alten."

Im Gasthaus Sommer schilderte er 60 Anliegern aus Wilchenreuth und Roschau die Vorhaben an Bau- und Bodendenkmälern wie der Kirche, dem Hohlweg und der alten Schule. Hier habe das Landesamt für Denkmalpflege einige Worte mitzureden. Nicht möglich sei die Anlage eines Fußwegs zwischen dem alten Dorf und dem Neubaugebiet.

Wegen der Hangkante, gelte es die Entwässerung der Straßen gut zu bedenken. "Wenn die nicht stimmt, halten die Straßen nicht lange", fügte Bürgermeisterin Marianne Rauh an. Wichtig sei, das Wasser von starken Regengüssen schnell und effektiv abzuleiten und Erosion zu vermeiden.

Vor dem Ausbau der Straße bis zum Ortsausgang sei eine Untersuchung des Kanals mit der Kamera zwingend notwendig, merkten Bauoberrat Erik Bergner und Baurätin Teresa Bräuer vom Amt für ländliche Entwicklung in Tirschenreuth an.

Das Herz von Roschau sei dessen Dorfstraße, meinte Spindler. Um das Ortsbild zu erhalten, brauche es keinen Gehweg aber eine richtige Straße mit Unterbau und mehr Grün. Sehr schroff gehe die Straße an der denkmalgeschützten Dorfkapelle vorbei. Dieses Kleinod ließe sich gestalterisch hervorheben. Der Weiher werde nicht verändert.

Um abzuklären, ob bei den Straßen im Dorf eine Verstärkung der Asphaltschicht ausreiche, riet Bergner zur Untersuchung des Untergrunds. Der Bereich um das ehemalige Feuerwehrhaus sei ein gewisses Ortszentrum, meinte Spindler. Das baufällige Gebäude dient als Gerätelager.

Um dort die Einfahrt in die Kreisstraße sicherer zu machen, sei eine 17 Meter lange Böschung bis zur Kreuzung nötig. Alternativ stehe der Abbruch des alten Feuerwehrhauses und ein Grunderwerb von einem Privatbesitzer zur Debatte. Dann könne man die Einfahrt deutlich flacher verlegen und einen kleinen Treffpunkt unweit des Backofens und des Dorfweihers schaffen.

"Ein Ersatzfeuerwehrhaus ist nicht förderfähig." Möglich sei dies nur für ein Dorfgemeinschaftshaus mit abgegrenztem Raum für ein Materiallager, erklärte Bräuer. Noch dieses Jahr wolle man die Dorferneuerung und Objektplanung bei der Durchgangsstraße in Wilchenreuth schaffen. "Ob diese Umsetzung 2016 gelingt, bleibt vorerst offen", schloss Bergner. Bürger aus Roschau und Wilchenreuth, die ihr Privateigentum erneuern wollen, wenden sich direkt an Architekt Markus Götz.
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