Neue griechische Regierung wirbt in Europa für Abkehr vom harten Sparkurs
Tsipras schreibt Euro nicht ab

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will sein Land in der Euro-Zone halten. Bild: dpa
Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras wirbt auf seiner Europa-Tour für den Kurswechsel Athens, die Abkehr vom harten Sparen und eine neue Schuldenregelung. Einen Euro-Austritt will er nicht, aber auch nicht mehr die Troika-Sparkontrolleure, wie er bei seiner ersten Station am Montag auf Zypern bekräftigte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt einen Schuldenschnitt ab, zeigt sich aber offen für einen Dialog mit Tsipras. In der Diskussion über ein Ende der Troika zeigt sich Berlin aber unnachgiebig. Merkel hatte am Sonntagabend mit Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi in einem Telefonat über die Finanzpolitik der neuen griechischen Regierung gesprochen. Dies bestätigte ein Regierungssprecher in Berlin. Demnach ziehen Deutschland und Italien in Sachen Athen an einem Strang. Renzi empfängt am Dienstag Tsipras in Rom. Zur Troika-Frage erklärte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz, es gebe "keinen Anlass, von diesem bewährten Mechanismus abzuweichen". Tsipras sieht die Stabilität des Südostens Europas in Gefahr, wenn Griechenland oder Zypern sich vom Euro verabschieden würden. In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, dass für Athen nur ein Ausstieg aus der Währungsunion ("Grexit") infrage komme. Die IG Metall erhofft sich von Regierungschef Alexis Tsipras eigene Wiederaufbau- und Entwicklungsprojekte, die Teil eines "Europäischen Investitionsplanes" werden müssten. Die neue Regierung brauche eine faire Chance, forderte die IG Metall: "Wer jetzt die Fortsetzung des bisherigen, sogenannten Reformkurses verlangt, spricht faktisch der griechischen Bevölkerung das Recht auf eine demokratisch legitimierte Neuorientierung der Politik in ihrem Land ab."
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