Neue Vorgaben der Politik und hohe Personalkosten belasten Krankenhäuser
Jede zweite bayerische Klinik macht Verlust

Symbolbild: dpa
München. (dpa) Die Hälfte der bayerischen Krankenhäuser schreibt rote Zahlen. Bei einer Umfrage der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) gaben 49 Prozent der befragten Kliniken an, sie hätten im vergangenen Jahr Verlust gemacht. Damit lag der Prozentsatz in etwa genauso hoch wie in den beiden Vorjahren.

Im Jahr 2010 hatte der Anteil der defizitären Kliniken erst bei 20 Prozent gelegen. Besserung sei nicht in Sicht, berichtete die BKG am Dienstag in München: Auch fürs laufende Jahr erwarte die Hälfte der bayerischen Krankenhäuser Verluste.

Hohe Kosten für Personal und mehr Qualität

BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein räumte ein, dass die rund 370 Kliniken in Bayern von Jahr zu Jahr mehr Geld von den Krankenkassen erhalten. «Doch die Ausgaben vor allem fürs Personal steigen noch schneller», sagte er. Außerdem trieben neue Vorgaben der Politik, die für eine bessere Qualität in den Krankenhäusern sorgen sollen, die Kosten hoch.

Auch in Baden-Württemberg und Niedersachsen mache die Hälfte der Krankenhäuser Verlust. Die Finanzierungslücken dürften kein Dauerzustand werden, warnte Hasenbein: Die betroffenen Häuser müssten vor allem am Personal sparen, weil auf Pflegekräfte und Ärzte der größte Teil der Ausgaben entfalle. «Das spüren auch die Patienten, die immer öfter gehetztes und gestresstes Personal zu sehen bekommen.»
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