Neuer Bahnstreik geht auch über Pfingsten

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU): "Mir fehlt das Verständnis dafür, wenn man sich nach monatelanger Tarifauseinandersetzung einer Schlichtung verweigert."

Nach dem Streik ist vor dem Streik. Über Pfingsten wollen die Lokführer die Deutsche Bahn noch länger lahmlegen als beim letzten Mal. Ein genaues Ende nennt die Gewerkschaft GDL nicht.

Noch größere Geduldsprobe für Bahnkunden - sie müssen sich auch an den Pfingstfeiertagen auf erneute Lokführerstreiks bei der Deutschen Bahn einstellen. Und das Ende ist offen. Die Gewerkschaft GDL kündigte am Montag an, der Streik werde noch länger dauern als der vorangegangene, der den Bahnverkehr eine Woche lahmgelegt hatte. Damit sind auch die Pfingsttage betroffen.

"Wir sehen uns gezwungen, in die nächste Eskalationsstufe einzutreten", sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Die Bahn verurteilte den Streik "als Schikane für viele Millionen Menschen" und forderte erneute eine Gesamtschlichtung.

Es ist die mittlerweile neunte Streikwelle der Lokführergewerkschaft in dem Tarifkonflikt: Der Ausstand soll um 2 Uhr in der Nacht zum Mittwoch im kompletten Personenverkehr beginnen. Bereits heute um 15 Uhr legen die Lokführer im Güterverkehr die Arbeit nieder. Das angeblich bereits feststehende Streikende will die Gewerkschaft anders als bei den vorhergehenden Streikrunden erst 48 Stunden vorher nennen. Ein unbefristeter Streik sei das daher nicht, erklärte GDL-Chef Claus Weselsky. Bei der Bahn wird inzwischen mit Hochdruck an einem Ersatzfahrplan für den Regional- und Fernverkehr gearbeitet. Er werde am Dienstag im Lauf des Tages abrufbar sein, teilte das Unternehmen mit.

Weselsky erklärte sich bereit, während des Streiks in eine Schlichtung mit der Bahn zu treten. Dann könne die Gewerkschaft den Streik auch schneller als mit 48 Stunden Vorlauf beenden. In der Schlichtung dürfe es aber nur um Themen wie Entgelt und Arbeitszeit gehen, nicht um die grundsätzliche Frage, für welche Berufsgruppe die GDL Tarifverträge abschließen dürfe. "Über Grundrechte lassen wir nicht schlichten", betonte Weselsky erneut. "Wir sind lange genug verschaukelt worden", schimpfte der GDL-Chef.

Streikgeld erhöht

Das Streikgeld, das die Lokführer pro Arbeitskampftag von der Gewerkschaft erhalten, werde von 75 auf 100 Euro erhöht. Bis Dezember hatte es noch bei 50 Euro gelegen. Trotz der Erhöhung büßten streikende Lokführer Einkommen ein, sagte Weselsky. Vor der Streikankündigung hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die GDL aufgerufen, einem Schlichtungsverfahren zuzustimmen. "Mir fehlt das Verständnis dafür, wenn man sich nach monatelanger Tarifauseinandersetzung einer Schlichtung verweigert", sagte der CSU-Politiker.
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