Neuer Volksaltar und Ambo

Günther Gallenberger informierte Michael Koslowski, Architekt Rudolf Meißner und Pfarrer Georg Hartl (von links) über die Eigenschaften des aus seinem Steinbruch gewonnen Materials. Bild: fjo

Für lange Zeit feierten die Waidhauser am Sonntag die letzte Messe in ihrer Pfarrkirche. Das Gotteshaus wird in den kommenden Monaten erneuert.

Waidhaus. (fjo) Noch in dieser Woche beginnt die mit Spannung erwartete Innenrenovierung und Umgestaltung des Gotteshauses mit dem Ausräumen. Jede helfende Hand ist am Dienstag und Mittwoch, jeweils zwischen 13 und 16 Uhr, willkommen. Schließlich gilt es, auch die fünf Nebenräume wie Sakristei und Taufkapelle mitsamt ihren Unter- und Obergeschossen vollständig zu leeren.

Damit beginnt der zweite Abschnitt des Vorhabens. Für die Planung und Vorbereitung waren sieben Sitzungen des Diözesan-Kunstausschusses in den vergangenen drei Jahren notwendig. Hinzu kam die laufende Abstimmung mit den zuständigen Gremien. Eingebunden war zuletzt auch der Marktrat, der bei der geplanten Umgestaltung gefragt war. Die Erlaubnis nach dem Denkmalschutzgesetz erfolgte einmütig.

Einheitliches Bild

Zu den Kosten in Höhe von 758 602 Euro möchte die Kommune - wie 1987 - einen fünfprozentigen Zuschuss leisten. Die Pläne sehen für den Chorraum eine gänzliche Neugestaltung vor. Über die Vergrößerung hinaus sollen ein neuer Volksaltar und Ambo dem gesamten Innenraum künftig zu einem einheitlichen Erscheinungsbild verhelfen. Vergangene Woche machte sich deshalb eine kleine Gruppe gemeinschaftlich auf den Weg ins Altmühltal und begab sich auf Suche. Pfarrer Georg Hartl, Kirchenpfleger Siegfried Zeug, Architekt Rudolf Meißner und weitere Mitglieder der Kirchenverwaltung wurden in der Nähe von Kelheim fündig.

Im Ortsteil Oberau der Gemeinde Essing traf die Gruppe im Steinbruch der Kelheimer Naturstein GmbH auf Betriebsinhaber Günther Gallenberger. Beim Ausschauen war Kirchenkünstler Josef Sailstorfer aufgrund der Vielzahl von Steinblöcken ein gefragter Mann. In die engere Wahl kamen zwei rechteckige Blöcke mit immerhin jeweils 18 Tonnen Gewicht. Die Verantwortlichen verständigten sich auf ein grobes Zerteilen noch im Steinbruch. Danach kommen die Teile nach Aicha vorm Wald in die Werkstätten des Kirchenkünstlers, wo sie von Sailstorfer und seinen Mitarbeitern bearbeitet werden.

Schrauben statt beten

Nach getaner Arbeit im Steinbruch schloss sich für die Waidhauser eine kurze Führung durch die Betriebshalle an. Schließlich wartet bereits wieder jede Menge Arbeit, denn das Ausräumen der Pfarrkirche wird ganz in Eigenregie angepeilt. Schraubenzieher, Arbeitshandschuhe und jede Menge Werkzeuge tauschen die Gläubigen gegen Gebetsbuch und Festtagsgewand.

Zuallererst sind das Abschrauben und der Abtransport des Kirchengestühls geplant, das aus 55 Bänken mit Längen zwischen 2,50 und 4,50 Metern besteht. Eine Unterstellmöglichkeit ganz in der Nähe ist gefunden. Alle Einrichtungsgegenstände, wie Figuren, Kreuze, Altäre, Beichtstühle, Kreuzwegbilder, Ambo, Sitze, Kanzel, Holztüren, Apostelleuchter, Taufbecken, Lichtständer und dergleichen müssen abgenommen oder abgebaut und für Transport oder Lagerung bereitgestellt werden. Denn bevor die Kirche innen das Gerüst erhalten kann, gilt es Boden und Wandsockel zu bearbeiten. Trotz der umfangreichen Maßnahmen ist eine Rückkehr der Pfarrgemeinde in ihren dann rund erneuerten Festsaal noch zum Ende des Jahres angepeilt.

Der aktuelle Spendenstand beträgt 56 003 Euro. Eine weitere finanzielle Unterstützung kann auf die Konten der katholischen Kirchenstiftung Waidhaus (Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß, BLZ 753 631 89, Konto 3 310 566) oder Sparkasse Waidhaus, BLZ 753 519 60, Konto 570 251 611) geleistet werden.
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