Neues Kirchenarbeitsrecht: Bischof verteidigt Kritik
Oster meldet sich

Der Passauer katholische Bischof Stefan Oster hat das vorläufige Festhalten einiger bayerischer Bistümer am alten kirchlichen Arbeitsrecht verteidigt. Er und die Bischöfe von Eichstätt und Regensburg prüften derzeit noch, "ob und wenn ja wie" sie die Novelle umsetzten, schrieb Oster am Mittwochabend auf seiner Facebook-Seite. Dies geschehe "nicht in der großen Opposition zum Rest der Bischofskonferenz, sondern im guten Gespräch und im ehrlichen Ringen miteinander". Den drei Bischöfen sei bewusst, dass es "grundsätzlich wichtig ist, ein einheitliches kirchliches Arbeitsrecht in Deutschland zu haben".

Inhaltlich würden "vereinzelte Modifikationen" geprüft, aber auch die Übereinstimmung mit dem universalen Kirchenrecht und Fragen der praktischen Umsetzbarkeit einiger Neuerungen, führte Oster aus. Mit Nachdruck wies der Bischof den Vorwurf zurück, es ginge ihnen darum, "Menschen in schwierigen Lebenssituationen in Zukunft einfach besser rausschmeißen" zu können. "Es geht auch uns um die Menschen und um die Kirche." Im Übrigen sei ihm aus dem Bistum Passau in zehn Jahren nur ein einziger Fall einer solchen Kündigung bekannt.

Oster verwies auf eine aus seiner Sicht problematische Entwicklung in den vergangenen 50 Jahren. In diesem Zeitraum habe sich die Zahl der kirchlichen Laienmitarbeiter in Deutschland von rund 100 000 auf mehr als 700 000 erhöht. Zugleich sei der Kirchenbesuch von 50 Prozent auf 10 Prozent zurückgegangen.
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