Neues Mitglied im Unternehmer-Kreis der Hochschule
Metzgerei Ponnath "in aller Munde"

Aufnahme der Großmetzgerei Ponnath in den Kreis der OTH-Partnerunternehmen: Michael Ponnath, OTH-Präsidentin Andrea Klug und Pate Professor Ralph Hartleben (von links). Bild: cf
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Deutschland und die Welt
29.10.2015
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Weiden/Amberg. (cf) 28 Unternehmen der Region aus 10 Branchen sind mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden beim Wissens- und Technologie-Transfer eng vernetzt: Weil sie dem Partner-Circle angehören, einem Alleinstellungsmerkmal der OTH in Bayern. Als 28. Mitglied stieß am Dienstagabend die Firma Ponnath ("Die Meistermetzger") aus Kemnath zu dem Kreis. Der in der 12. Generation seit dem Jahr 1692 Familien-geführte Betrieb mit heute 1000 Beschäftigten gilt als die älteste überregional tätige Metzgerei in Deutschland. Über die Aufnahme freute sich besonders Professor Wolfram von Rhein, der den Circle als "exklusive und innovative Idee" einst initiiert hatte. "Mit dem Partner-Circle haben Hochschule und Wirtschaft zueinander gefunden", sprach die neue OTH-Präsident Andrea Klug von einem "Erfolgsmodell".

Wie Ponnath-Personalreferentin Dr. Anna Mundl erläuterte, beläuft sich die Tagesproduktion auf 180 bis 210 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren (über 1 Million Einzelpackungen). Mit 5 Produktionsstandorten in Kemnath, Nürnberg (Bratwürste), Freiburg (Schwarzwald-Erzeugnisse), Knetzgau, Annaberg-Buchholz und Westböhmen zählt Ponnath zu den "Top Ten" der rund 200 Wursthersteller in Deutschland. Ponnath exportiert in 20 Länder und beliefert alle großen Discounter wie Aldi, Lidl, Norma, Netto, aber auch Feinkostspezialisten wie Dallmayr in München oder Harrods in London. Anna Mundl: "Unsere Produkte sind in aller Munde."

"Der Mann, der den Hirsch zum Kult machte", betitelte einmal eine Wirtschaftszeitung ein Porträt über den langjährigen Vorstandschef von Jägermeister. Dr. Hasso Kaempfe, einst auch Tchibo-Vorstand und heute Verwaltungsratsvorsitzender der Hero AG (4000 Mitarbeiter, 1,4 Milliarden Schweizer Franken Umsatz). Er plauderte beim OTH-Partner-Circle kurzweilig in freier Rede. Sein Referat über die "Kunst der Markenführung" würzte Kaempfe mit zahlreichen Anekdoten rund um das Marketing ("oft mehr Sprechblasen als Inhalte"). Er empfahl vor allem die Bewahrung von Bodenhaftung in Zeiten großer Erfolge; das Marketing sollte generell "Chefsache" sein. Bei Jägermeister mit einem damals veralteten Kunden-Klientel und stark gesunkenem Umsatz im Inland sorgte Kaempfe mit frischem Marketing für eine Umsatzsteigerung um das Zweieinhalbfache und ein Gewinn-Wachstum um mehr als das Fünffache. "Markenführung besteht zu 95 Prozent aus Verzicht", riet der Manager zu "eindeutiger Visualisierung", "kräftigen Botschaften" und "starken Symbolen". "Marketing darf nicht dem kreativen Zufall der Agenturen überlassen werden." Die erfolgreichen Marketing-Aktivitäten bei Jägermeister wären nicht gelungen, "wenn Versuche nicht erlaubt gewesen wären", sagte Kaempfe.
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