Neues Wohnheim inklusive Kinderkrippe
Zwischen Vorlesen und Vorlesung

Während die Erwachsenen nebenan über die Krippe reden, genießen Anton, Lia und Nora (von links) ihr Mittagessen. Bild: Hartl
Amberg. (tk) Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben sich alle Parteien vorgenommen. Von der Vereinbarkeit von Familie und Studium ist dagegen eher selten die Rede. Amberg bildet die Ausnahme. Bei der Eröffnung eines neuen Studentenwohnheims in direkter Nähe der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) ging es gestern oft um junge Eltern, die den Spagat zwischen Vorlesen und Vorlesung schaffen müssen. Ihnen fällt der Alltag jetzt etwas leichter, denn an der Heiner-Fleischmann-Straße 1 sind nicht nur 48 relativ günstige Studentenappartements entstanden, sondern auch zwölf Plätze für unter Dreijährige, deren Mama oder Papa die OTH besucht.

Alle Plätze vergeben

Josef Tost vom Bauherren Studentenwerk Oberfranken, Staatssekretär Gerhard Eck vom bayerischen Innenministerium, OTH-Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Klug, Oberbürgermeister Michael Cerny und Dr. Wolfgang Schmalzbauer, Vorsitzender des Caritas-Kreisverbandes, klopften sich bei der Eröffnung gegenseitig auf die Schultern. Das Studentenwerk aus Bayreuth, das in Amberg und Weiden nun vier Heime betreibt, gab laut seines Geschäftsführers Josef Tost 3,4 Millionen Euro für die je 20 Quadratmeter großen Wohnungen und weitere 600 000 Euro für die Tagesstätte aus, in der alle Plätze vergeben sind. Dank des Freistaats, der jedes Appartement mit rund 32 000 Euro bezuschusst habe, könne der Mietpreis mit 250 Euro niedrig gehalten werden. Dass die Staatsregierung gerne 1,6 Millionen für das Wohnheim und 300 000 Euro für die Kindertagesstätte beigesteuert hat, sagte Staatssekretär Gerhard Eck: "Wir haben in Bayern keine großartigen Rohstoffe. Aber wir haben den Rohstoff Geist, der angezapft und gefördert werden muss." Wie wichtig die 48 neuen Wohnungen sind, von denen einige noch leerstehen, verdeutlichte Hochschul-Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Klug. Ursprünglich sei die Hochschule in Amberg für 1000 junge Leute angelegt worden, aktuell gebe es aber etwa 1800 Studierende. Laut OB Michael Cerny beteiligte sich die Stadt mit 76 000 Euro an der Krippe. Gerade durch die Kombination mit der Kindertagesstätte werde der Hochschulstandort noch attraktiver: "Amberg ist als Studentenstandort doch sehr männerlastig." Vielleicht mache das Angebot der Krippe mehr Frauen Lust, hier zu studieren: "Das wäre dann wiederum für die männlichen Studenten beim abendlichen Kneipenbesuch attraktiver."

"Optimale Betreuung"

Vier der zwölf Plätze werden derzeit von Kindern belegt, von denen ein Elternteil an der OTH studiert, ließ Brigitte Netta wissen. Die Bürgermeisterin leitet die Einrichtung im Auftrag der Caritas, die neben den CampusKids auch den SieKids bei der Siemens AG eine Heimat gibt.

Es gehe nicht darum, Kinder einfach abzuschieben, sondern ihnen eine optimale Betreuung zukommen zu lassen, betonte Kreisverbandsvorsitzender Dr. Wolfgang Schmalzbauer, bevor Pfarrerin Heidrun Bock und Dekan Markus Brunner dem Gebäude den kirchlichen Segen gaben.
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