Neun verschiedene Tonnen für jeden Kiosk?

"Meiner Meinung nach kann's das nicht sein", kritisiert Thomas Knoll, Direktor des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf, auch den Entwurf zur Nivellierung der Gewerbeabfallverordnung. "Der Anwendungsbereich ist so weit gefasst, dass sämtliche Müllanfallstellen außer Privathaushalte Gewerbe im Sinne dieser Verordnung sind", sagt Knoll. Auch Rathaus, Landratsamt, Krankenhaus, Anwaltsbüro und Kiosk fallen darunter.

Die neue Verordnung sehe strenge Trennpflichten vor. Ein Acht-Tonnen-System soll installiert werden: Glas, Papier, Metall, Holz, Bioabfälle, Plastik, eine gemischte sortierfähige Fraktion und Restmüll, für den eine hohe Recyclingquote vorgeschrieben würde - möglicherweise sogar noch eine neunte für tierische Nebenprodukte. Ausnahmen gälten nur für Kleinstbetriebe. Privatwirtschaft und kommunale Unternehmen bezweifeln, dass die technischen Spezifikationen machbar und finanzierbar seien. Die meisten Gewerbemüllsortieranlagen müssten mit hohem Kostenaufwand umgerüstet werden.

Zudem fordere das Bundesumweltministerium strikte Kontrollen, also mehr Personal. "Wenn man den Kommunen die Zuständigkeit überträgt, dann gibt's die Abstimmungsprobleme nicht", schlägt Knoll vor. "Dann kann ich das System im Dialog mit den Bürgern abstimmen." Papier und Metall müsse man ganz aus dem System nehmen: "Die tragen sich selber." (jrh)
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