Neustart beim Tierschutzverein Amberg?
Zwei Lager kämpfen um Tiere

Als "Missstand" im Tierheim kann man nach Ansicht des stellvertretenden Vorsitzenden Prof. Dr. Dieter Dausch allenfalls den Hundetrakt mit seinen zu kleinen Boxen bezeichnen. Das sei aber seit langem bekannt und soll sich mit dem geplanten Um- und Neubau des Hauses ändern. Bild: Huber
Die Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins am Donnerstag wird spannend. Dort wollen zwei verschiedene Lager einen neuen Vorstand stellen. Zu einer Abkehr von "alten Zuständen" ruft vor allem die Amberger Tierärztin Elisabeth Hötter auf. Sie hat dazu einen Brief an mehrere Hundert Mitglieder versandt.

Amberg. (ath) "Unser Ziel ist ein freundliches, kompetentes Tierheim, in dem sich Tier und Mensch wohlfühlen", gibt Hötter als Marschrichtung für ihre Initiative vor. Wobei sie in ihrem Schreiben durchaus anklingen lässt, dass es daran seit längerem hapere. "Sie sind in meiner Praxis über die Zustände im Tierheim Amberg informiert worden", reißt Hötter das Thema an, um es mit folgendem Satz zu ergänzen: "Wir sind angetreten, diese Verhältnisse zu verbessern, Missstände abzustellen und uns mit ganzer Kraft für die uns anvertrauten Geschöpfe einzusetzen."

"Wir", das ist ein komplett neuer Vorstand, den die Veterinärin den Empfängern der Briefe vorschlägt. Sie nennt darin zwölf Leute (inklusive erweitertem Beirat), die nach ihrer Auskunft bereit sind, für bereits zugedachte Ämter zu kandidieren.

Schmaußer zurückgetreten

Außerdem bittet Hötter, die übrigens als Schriftführerin auf dieser Liste antritt, dem alten Vorstand die Entlastung zu verweigern. Das solle "nachgeholt werden, sobald die Prüfung der Unterlagen durch den neuen Vorstand erfolgt ist". Trotz der angedeuteten Vorwürfe soll die Jahreshauptversammlung kein Hauen und Stechen in aller Öffentlichkeit werden. Das möchte Hötter dem Verein nach Möglichkeit ersparen, weil er dadurch nur Schaden nehme.

Davor warnt auch Professor Dr. Dieter Dausch, der amtierende zweite Vorsitzende. Er führt derzeit die Geschäfte, weil Vorsitzender Theo Schmaußer im Oktober zurückgetreten ist. Das sei aus "privaten und persönlichen Gründen" geschehen, die nichts mit der Entwicklung um die Jahreshauptversammlung und ihre turnusmäßigen Neuwahlen zu tun hätten. Dausch ließ allerdings auf AZ-Nachfrage den Vorwurf von "Missständen" nicht auf sich sitzen. "Mir sind keine bekannt", widersprach er energisch und nahm allenfalls die Situation im Hundetrakt des Tierheims aus.

Dort seien die Boxen, vor allem für größere Vierbeiner, zu klein - ein altbekannter Zustand, der im Grunde seit Anbeginn so ist und erst durch den geplanten Neubau dieses Abschnitts behoben werden wird. "Das ist der einzige Missstand", betonte Dausch, der mit Einschränkung des insgesamt alten und baulich maroden Tierheims das System dort für "passabel" hält ("Es funktioniert"). Auch das Personal, das ohnehin für geringe Entlohnung arbeite, habe wohl das Beste aus der Situation gemacht. Der stellvertretende Vorsitzende und seine Frau Dr. Burglinde Dausch, die als Kassier fungiert, wollen übrigens bei den Neuwahlen am Donnerstag um 19 Uhr in der Maltesergaststätte nicht mehr antreten.

Stattdessen wirft die bisherige Schriftführerin Sabine Falk ihren Hut für das Spitzenamt in den Ring, und auch Beisitzerin Elisabeth Wiesneth-Großer möchte ins engere Vorstandsgremium aufsteigen.
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