"New York Times": Neues zum Olympia-Attentat 1972
Grauenvolle Details

Die "New York Times" hat neue Einzelheiten über das Attentat palästinensischer Terroristen auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München veröffentlicht. Gespräche mit den Witwen getöteter Sportler hätten schreckliche Details zutage gefördert, berichtete die Zeitung am Dienstag.

So sollen die Terroristen die Sportler brutal zusammengeschlagen haben, einige erlitten Knochenbrüche. Einem Opfer trennten die Peiniger seine Geschlechtsteile ab - vor den Augen der anderen Geiseln. "Sie haben seine Genitalien durch die Unterwäsche abgeschnitten und ihn missbraucht", sagte Ilana Romano, deren Ehemann Yossef, ein Gewichtheber, damals getötet wurde.

Mitglieder der Terrororganisation "Schwarzer September" - einer Unterorganisation der PLO - nahmen die Sportler im Olympischen Dorf als Geiseln. Sie wollten so Gefangene in Israel freipressen. Im Appartement und bei einer späteren Befreiungsaktion auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck starben elf Sportler, ein Polizist und fünf Terroristen. Die Angehörigen haben laut "New York Times" erst 20 Jahre später Details erfahren, als deutsche Behörden ihnen Einsicht in Dokumente gewährten, deren Existenz jahrelang verschwiegen worden sei. Die enthaltenen Fotos seien "so furchtbar, wie in meinen schlimmsten Vorstellungen", so Romano.

"Härteste Trumpfkarte"

Die Zeitung sprach wegen der Dreharbeiten zu "Munich 1972 & Beyond" (etwa: "München 1972 & danach") mit den Hinterbliebenen. In der Dokumentation geht es um den Kampf der Opferfamilien für eine Gedenkstätte für die Getöteten. Auf die Frage, warum sie gerade jetzt an die Öffentlichkeit gehe, sagte Romano: "Ich habe verstanden, dass es keinen anderen Weg gibt. Ich muss die härteste Trumpfkarte herausholen - was ich über die Jahre immer vermieden habe. Das Ziel ist es, dass diese schreckliche Tragödie nicht vergessen wird."
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