Nicht immer schlimmer
Angemerkt

Keine Frage: Die Bluttat von Pressath schockt. Wo soll man sich sicher fühlen, wenn nicht in den eigenen vier Wänden? Und was bringt einen Menschen dazu, so brutal auf eine junge Frau einzustechen? Wer nun Luft holt, um den Abgesang auf Zivilisation und Abendland anzustimmen, sollte durchatmen und kurz nachdenken.

Zum Nachdenken lädt die Kriminalstatistik ein, die ausweist, dass die Polizei der nördlichen Oberpfalz deutlich weniger mit Gewalttaten zu tun hat, als die Kollegen in den Zentren. Der Wert ging zuletzt sogar leicht zurück. Nachdenken kann man auch über die Geschichten der Großeltern. Auch die haben genug von Kriminalität und Gewalt zu berichten. Mord und Totschlag sind so alt wie der Mensch.

Vor allem bietet sich zum Nachdenken an, dass die junge Frau nicht sterben musste, weil ihre Nachbarn hingeschaut und hingehört haben. Von sozialer Kälte, von Wegschaumentalität gab es am Samstagmorgen in Pressath keine Spur. Die Frau durfte sich auf ihre Nachbarn verlassen, obwohl sie die gar nicht kannte. Bei allem berechtigten Entsetzen, wer nachdenkt erkennt: Es wird nicht alles immer schlimmer.

wolfgang.wuerth@derneuetag.de

Aus der Region Urteil rechtskräftig: 8 Jahre für Kurt N.

Weiden. (ca) Der Bundesgerichtshof hat die Revision gegen ein Urteil des Weidener Landgerichts vom August 2014 verworfen. Damals hatte das Schwurgericht den 64-jährigen Kurt N. zu 8 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hat der ehemalige Bauunternehmer im Oktober 2013 seine unheilbar an Krebs erkranke Frau (61) mit drei Kopfschüssen umgebracht. Er hatte bis zuletzt darauf beharrt, dass seine Frau den ersten Schuss selbst abgegeben habe und er sie dann erlösen wollte. Ein LKA-Gutachter hatte diese Version ausgeschlossen. Anwalt Tobias Konze hatte mit der Revision eine Einstufung als minderschweren Fall des Totschlags erreichen wollen.

Ohrfeige für gaffenden Fan

Weiden. (tos) Erst schaut er zu tief ins Glas, dann ins Dekolleté. Bei der Heimfahrt im Zug von der Meisterfeier des FC Bayern in München benahm sich ein alkoholisierter 48-Jähriger aus dem Kreis Amberg-Sulzbach nach Polizeiangaben gegenüber einer Weidenerin daneben. Für seine derben Sprüche und anzüglichen Blicke fing er sich schließlich von der 35-Jährigen eine Ohrfeige ein. Nachdem der Mann nicht gehen wollte, "habe ich ihm eine geknallt!", so die Frau, die selbst mit einer Ermittlung rechnen muss.
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