Nicht Lebensverlängerung, sondern Linderung
Palliativmediziner und Hospize versorgen Todkranke am Lebensende

In der Palliativmedizin geht es um die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. Hierzu gehört auch die Schmerztherapie im ambulanten und stationären Bereich.

Bei der Palliativmedizin geht es nicht um eine Lebensverlängerung, sondern vor allem um das Lindern von Schmerzen und anderen Symptomen sowie die bestmögliche Lebensqualität. Der Begriff der Palliativmedizin leitet sich vom lateinischen Wort Pallium (Mantel) ab.

In dem Sinne soll der Patient schützend umhüllt werden, um ihn vor Leid zu bewahren. Palliativmedizin wurde ursprünglich bei Tumorpatienten angewendet.

Deutliche Zunahme an Einrichtungen

Die Zahl der Palliativstationen hat bundesweit deutlich zugenommen. 2009 gab es 186 Einrichtungen und 2011 bereits 231 - nicht zuletzt wegen sozialrechtlicher Weichenstellungen und Förderungen.

Die Hospizarbeit verfolgt das Ziel, sterbenden Menschen ein würdiges und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Der Hospizgedanke hat in Deutschland zuletzt zunehmend an Bedeutung gewonnen. Es gibt eine wachsende Zahl ambulanter Hospizdienste und stationärer Hospize, die Sterbende am Lebensende begleiten.

Geschulte ehrenamtliche Kräfte

Die Hospizbewegung hat sich aus einer Bürgerbewegung entwickelt und basiert auf der Arbeit geschulter ehrenamtlicher Kräfte. Der Hospiz-Gedanke orientiert sich an der mittelalterlichen Tradition des «Hospitium», der Herberge.

In den stationären Einrichtungen werden die Kranken oft Gäste genannt. Spenden und ehrenamtliches Engagement sind wesentliche Elemente der Hospizarbeit.

Die Zahl der stationären Hospize stieg in Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium innerhalb von 15 Jahren von 30 (im Jahr 1996) auf 195 (in 2011), darunter sind 10 Kinderhospize.