Nicht ohne Expertenrat

Mit dem Erwerb einer historischen Immobilie erfüllen sich viele Bundesbürger einen Lebenstraum. Zu berücksichtigen ist beim Kauf, dass der neue Besitzer nicht immer so handeln kann, wie er möchte: "Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz, gibt es je nach Region unterschiedliche Gesetze, Verordnungen und Auflagen zu beachten", erläutert Bauherrenberater Dipl.-Ing. Ullrich Rühlmann. Vor dem Kauf sollte man sich auf jeden Fall gut informieren, welche Regeln gelten und welche Behörden zuständig sind. Auf keinen Fall dürfen Arbeiten am Haus ohne Genehmigungen gestartet werden.

Gilt ein Haus als Baudenkmal, so darf etwa die Fassade nicht verändert werden. Bei einer energetischen Modernisierung bedeutet das oft, dass keine Dämmung von außen möglich ist und dass unter Umständen auch die Fenster erhalten werden müssen. Dann sollte zum Beispiel über eine aufwändigere Innendämmung und zusätzlich innen eingebaute Kastenfenster nachgedacht werden.

Grundsätzlich gilt zwar auch im Denkmal die Energieeinsparverordnung, es sind aber Vereinfachungen und Abweichungen möglich. Und einen Energieausweis benötigt ein denkmalgeschütztes Haus auch nicht.

Grundsätzlich muss der Hausbesitzer bei einem historischen Objekt eine nachhaltige Finanzierung sichern, am besten mit Unterstützung unabhängiger Fachleute. Genutzt werden können unter Umständen spezielle Förderungen von Gemeinden, privaten Stiftungen oder Länderstiftungen. Auf jeden Fall in Frage kommen aufs Denkmal abgestimmte Kredite und Zuschüsse der KfW.

Vorgeschrieben ist dafür die baubegleitende Kontrolle der Maßnahmen durch einen Sachverständigen, der als "Energieberater Baudenkmal" zugelassen ist. (djd)
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