Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 30 Jahren
Blühende Landschaften

Eine eindeutige Kurve: Arbeitsagenturchef Joachim Ossmann stellte Bürgermeister Michael Göth die gesunkene Arbeitslosenquote vor. Bild: räd
Sulzbach-Rosenberg. (räd) Als am 16. April 1987 die Maxhütte zum ersten Mal Konkurs anmeldete, war das ein schwarzer Gründonnerstag für die Region. 28 Jahre danach erlebt die Stadt einen richtigen Frühling - und das im goldenen Oktober.

(räd) Die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1985 meldet die Agentur für Arbeit im Oktober für Sulzbach-Rosenberg: 2,8 Prozent. Unter den gegebenen Bedingungen des Arbeitsmarktes gehen Fachleute bei einem solchen Wert von Vollbeschäftigung aus.

Diese Nachricht, die Joachim Ossmann, Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf, am Donnerstag im Rathaus verkündete, freute Bürgermeister Michael Göth (SPD) außerordentlich. Nicht nur die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen 30 Jahren von 11,8 Prozent auf nunmehr 2,8 Prozent gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten in der Herzogstadt um 24,8 Prozent. "Eine enorme Stärkung der Region", so Ossmann.

Freundlich zur Wirtschaft

"Das zeigt, wie wichtig und richtig es war, Industrie- und Gewerbegebiete auszuweisen", erklärte Göth. Diese Strategie hat die Stadt nach dem ersten Konkurs verfolgt. Der Bürgermeister nannte große Flächen der Industriegebiete Eisenhämmerstraße, Industriepark Ost, Lohe und Kauerhof - insgesamt über 70 Hektar.

Dort haben sich seitdem viele international renommierte Firmen wie Stahlgruber, Kurz Prägefolien, Suspa oder Janesville Acoustics niedergelassen und Millionen Euro investiert. Und es wird weiter expandiert: Erst vor kurzem begannen auch die Bauarbeiten für eine Erweiterung des Gewerbegebietes in Kauerhof.

Anstrengungen der Stadt seien einer der Hauptgründe für die positive Entwicklung gewesen, erkannte Ossmann. Besonders erwähnte er das Engagement von Altbürgermeister Gerd Geismann. Unter seiner Ägide verfolgte die Stadt eine wirtschaftsfreundliche Politik, installierte unter anderem ein eigenes Referat für Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung. Mit der Schaffung der Gewerbegebiete ging die Stadt massiv in Vorleistung, teils bis an die finanzielle Belastungsgrenze. Dieses Engagement zahlt sich mittlerweile auch in barer Münze aus: Sowohl Einnahmen aus Einkommensteueranteil als auch der Gewerbesteuer hätten sich positiv entwickelt, so Göth. Die Stadtfinanzen konsolidierten sich.

Im Schnitt der vergangenen Jahre verbuchte die Kämmerei 6,7 Millionen Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Etwa eine Million mehr floss aus der Einkommensteuer. Inzwischen habe die Zahl der in der Herzogstadt Beschäftigten wieder das Niveau von 2001 erreicht, freute sich Göth. Er zeigte sich optimistisch, dass sich die Situation weiter positiv entwickele. Innerhalb eines Jahres sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 6,6 Prozent gewachsen.

Mehr Einpendler

Auch die Strahlkraft Sulzbach-Rosenbergs wurde gewürdigt: 950 Menschen pendeln täglich hierher. "Wir haben mehr Ein- als Auspendler", so Göth. Das Fazit Ossmanns fiel kurz und knapp aus: "Nicht alle Krisen haben sich zum Positiven gewendet - diese schon!"
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.