"Niklas" fegt "Mike" davon

Ein umgestürzter Baum hat in Berlin-Tempelhof einen Wohnwagen unter sich begraben. Ein Sturmtief ist in der Nacht zum Montag über Deutschland gefegt, mehrere Menschen wurden verletzt. Bild: dpa

Heftiger Wind in Deutschland: Im Bahnverkehr und auf den Straßen gab es zum Wochenauftakt bereits Probleme. Der Höhepunkt einer Folge von Frühlingsstürmen steht uns aber kurz vor Ostern noch bevor.

(dpa/üd/we) Die Oberpfalz kam bei den ersten Sturmboten in der Nacht zum Montag glimpflich davon: ein umgestürzter Bauzaun in Amberg, ein umgestürzter Baum bei Weiden - viel mehr passierte nicht, es gab hauptsächlich Blechschäden bei betroffenen Autofahrern. Die Polizei meldete bis zum Montagabend 25 Einsätze. Auf der B 85 bei Sulzbach-Rosenberg drückte eine Windböe einen Laubbaum um, der in der Nähe einer Bahnunterführung auf die Fahrbahn und unmittelbar vor ein Auto fiel. Der 70-jährige Autofahrer blieb unverletzt. An seinem Pkw entstand ein Schaden von rund 10 000 Euro.

Mit dem Tief "Niklas" und orkanartigen Böen soll die aktuelle Sturmserie über Deutschland heute ihren Höhepunkt erreichen. Tief "Mike" sorgte schon am Montag im Rest der Republik für stundenlange Störungen auf einigen Hauptstrecken der Bahn. Grund: umgestürzte Bäume und beschädigte Oberleitungen. Betroffen waren etwa die ICE- und IC-Verbindungen Hamburg-Hannover und Berlin-Wolfsburg. In der Nacht hatten Reisende wegen Umleitungen zum Teil bis zu 100 Minuten Verspätung hinnehmen müssen.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen - in Köln und im Kreis Steinfurt - verletzten bereits am Sonntagabend umkippende Bäume mehrere Autofahrer. Bei der Beseitigung eines Baums, der auf eine Oberleitung der Stadtbahn in Hannover gefallen war, wurde ein 57 Jahre alter Feuerwehrmann schwer verletzt. Auch in anderen Teilen Deutschlands machte der Sturm den Menschen zu schaffen, etwa in Sachsen-Anhalt, Berlin und Thüringen, aber auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und im restlichen Bayern rückten die Feuerwehren vielfach aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Im oberfränkischen Coburg beschädigte ein Baum sieben Fahrzeuge auf einem Parkplatz. Im Landkreis Kulmbach fiel in Dörfern zeitweise Strom aus. Im sächsischen Oederan stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus.

Die restliche Karwoche bleibt kalt und stürmisch. In der Nacht auf Mittwoch wird an der niedersächsischen Nordseeküste von Norderney bis Bremerhaven eine leichte Sturmflut erwartet. Im Bergland droht in den Nächten auch Glätte. Polarluft lässt die Temperaturen fast überall nur noch auf einstellige Werte sinken. Bis zum Osterwochenende sind Schnee- und Graupelschauer bis ins Flachland möglich. In einigen Regionen Deutschlands wie etwa Schleswig-Holstein verzögert sich deshalb auch die heimische Spargel-Ernte.

Dem Schwarzwald droht bis Mittwoch Dauerregen, weshalb auch wegen schmelzenden Schnees Flüsse über die Ufer treten könnten. In Bayern fällt die Schneefallgrenze am Mittwoch wohl bereits unter 1000 Meter. Wie Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst sagte, kann es am Donnerstag bis ins Flachland schneien.

Ostern: Verkehrsprobleme

Bahnkunden müssen um Ostern nicht nur wegen möglicher Wetterprobleme mit längeren Fahrzeiten rechnen: Auch mehr als 250 Baustellen sind von Karfreitag bis Montag im DB-Streckennetz geplant. Die Hauptreisezeiten am Gründonnerstag und Ostermontag sollen aber von den Bauarbeiten ausgenommen bleiben.
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