Nobelpreisträger-Tagung: Stefan Hell optimistisch
Gute Chancen für junge Forscher

Junge Forscher haben aus Sicht des Nobelpreisträgers Stefan Hell gute Chancen auf eine wissenschaftliche Karriere. Zwar könne man das nicht pauschalisieren, sagte der Spitzenforscher auf der diesjährigen Nobelpreisträgertagung in Lindau am Bodensee. "Aber trotz aller Unkenrufe und Kritik - die es auch geben muss - ist die Situation heute besser als zu der Zeit, in der ich versucht habe, meinen Weg zu gehen."

In den 90er Jahren habe es eine regelrechte Schwemme von Physikern gegeben - viele Forscher seien damals in die Arbeitslosigkeit gerutscht oder hätten sich in Praktika geflüchtet. Dass ihm das erspart geblieben sei, habe vor allem daran gelegen, dass er eine konkrete Idee hatte. "Ich wusste, was ich will. Und ich wusste, dass meine Idee sehr originell ist und eine reale Chance hat, zu funktionieren." Wissenschaftler bräuchten heute einen klaren Kompass und dürften sich selbst nicht unterschätzen. Hell und die US-Amerikaner Eric Betzig und William E. Moerner erhielten den Chemie-Nobelpreis 2014 für den Bau eines Supermikroskops. Er habe früh gewusst: "Wenn meine Idee funktioniert, ist sie wichtig."

Bei der 65. Nobelpreisträgertagung treffen sich in diesem Jahr seit Sonntag rund 65 Spitzenforscher mit rund 650 jungen Nachwuchswissenschaftlern. Eine Woche lang diskutieren sie am Bodensee miteinander und tauschen sich über ihre Forschungsthemen aus. Den Angaben zufolge sind Teilnehmer aus 90 Nationen dabei.
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