Noch kein bisschen müde

Ihr ehrenwertes Trio feierten Vorsitzender Günter Horn und Kommandant Karl Völkl, von links: Josef Haberkorn, der "jüngst geehrte" und einstige Kommandant Franz Eger und sein Namensbruder Franz Eger. Bild: hch

Vier Männer, ein Verein: Die Feuerwehr Letzau ehrt langjährige Mitglieder. Und die haben viel zu erzählen.

(hch) "Binnen kürzester Zeit überschlugen sich bei uns die runden Geburtstage und Ehrungen", freuten sich Vorsitzender Günter Horn und Kommandant Karl Völkl von der Feuerwehr Letzau. Gleich im Januar ergab sich für die Gratulanten ein besonderer Ehrenreigen. Auslöser war das frisch gebackene Ehrenmitglied Franz Eger. Mit 83 Lenzen ist er einer der Geehrten, die zusammengerechnet schon mehrere Hundert Jahre zum Vereinsleben beigetragen haben. Er erhielt die Urkunde zur 60-jährigen Treue samt Präsentkorb "frei Haus".

Feier bei Eger

Zum ehrenwerten Urgestein gehören noch der 90-jährige "Hofbauer" Georg Hösl aus Schammesrieth, Josef Haberkorn alias "Hofmichl" und Franz Eger, auch als "Hansadl" ein Begriff (beide aus Letzau). Die zwei Letztgenannten hatten bereits im Vorjahr die Ehre, dass die Wehr mit der Blasmusik zum Ständchen aufkreuzte. Jetzt trudelten alle Ehrenjubilare bei Eger ein, um die alten Zeiten hochleben zu lassen.

Der 83-jährige Eger hat nicht umsonst den Hausnamen "Zimmerer". Er ist ein fleißiger Mann in jeder Hinsicht. "38 Jahre war ich für die Weidener Firma Ketonia in ganz Deutschland auf Montage. Oft war ich monatelang auf Großbaustellen für Einkaufszentren, Industriehallen oder Kraftwerksanlagen", sagte Eger.

Obwohl er zu Hause wenig Zeit hatte, engagierte er sich von 1968 bis 1972 als Vorsitzender bei der Feuerwehr, war Mitgründer der DJK und unterstützte die Schützengesellschaft Edelweiß. Ehefrau Monika und den beiden Söhnen baute er ein Eigenheim. "Das Haus und den Garten hat er trotz der körperlich anstrengenden Arbeit immer in Schuss gehalten", merkt seine bessere Hälfte an.

Der zweite Franz Eger alias "Hansadl" arbeitete über 40 Jahre bei der Firma Seltmann in Weiden. "Da haben wir uns untereinander sehr gut verstanden." Seit über 58 Jahren hält er der Feuerwehr die Treue. Er begründete die Blasmusik und die DJK mit. Weil er dort zwölf Jahre die Abteilung Fußball leitete, zieht es ihn noch immer auf den Berg zu den Heimspielen.

Schlechtes Wetter kennt er nicht. "Auch im Winter gehe ich täglich an die frische Luft, um fit zu bleiben." Bei Windbruch und "wenn der Käfer im Holz ist", rückt er mit der Motorsäge in seinen Wald aus. Im Sommer baut er im Garten Obst und Gemüse an. Daraus zaubert er für die Familie das Essen. "Meine Gesundheit ist mir sehr wichtig, damit ich alle unterstützen kann."

Rasant ging es bei Josef Haberkorn namens "Hofmichl" zu. Seine Hebamme brauste auf dem Motorrad an, zur Lehrstelle sauste er mit dem Rad und auf Wehrmachts-Skiern. "Zu Fuß hätte ich 45 Minuten gebraucht." Noch flotter wurde er mit 22: "Da düste ich im Goggo nach Frankreich. Mein Kumpel hat Weinbergschnecken probiert, aber ich habe lieber Kartoffeln gegessen."

Hölzerner Ofen

"Maßarbeit in Massivholz" schuf der Möbelschreiner 32 Jahre lang im Weidener Einrichtungshaus Kaspar. "Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht", sagte Tochter Elisabeth. Viel Arbeit steckte er in ihre Einbauküche, die Sportheim-Decke, zwei Bühnen und einen "Kachelofen aus Holz". Diese Requisite gehört der Theatergruppe, die er vor 25 Jahren mitbegründete. Dort schauspielern Schwiegersohn Christian Weidl-Haberkorn und Enkel Korbinian.

Fast 30 Jahre ist er bei der DJK und den Siedlern, 40 Jahre war er im Pfarrgemeinderat: "Da habe ich den Neubau der Expositurkirche mit beschlossen." Bemerkenswerter Schlussakkord des Treffens: Bereits sechs Floriansjünger sind in die Fußstapfen ihrer vier ehrenwerten Altvorderen getreten.
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