Notarzt rettet Kind: 4500 Euro Strafe

Ein Notarzteinsatz zur Rettung eines Kleinkindes in Lebensgefahr soll einen Mediziner teuer zu stehen kommen. Der Arzt (51) bekam einen Strafbefehl über 4500 Euro wegen Verkehrsgefährdung, zudem droht ihm der Führerscheinentzug für sechs Monate. Weil er die Strafe des Amtsgerichts Neuburg a. d. Donau nicht akzeptieren will, kommt es zum Prozess, bestätigte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt.

Der Notarzt war im April 2014 von der Rettungsleitstelle Ingolstadt ins nahe Karlshuld geschickt worden. Ein zweijähriges Mädchen hatte Schnellkleber verschluckt und drohte zu ersticken. Auf der Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn musste der Mediziner mehrmals Autos überholen. Die Fahrer zweier entgegenkommender Autos fühlten sich dadurch bedrängt und zeigten den Arzt an.

Am 15. Januar flatterte dem Notarzt der Strafbefehl ins Haus. Der Mediziner habe sich als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeuges erwiesen, wird ihm darin bescheinigt. Dabei fährt er nach seinen Angaben seit 23 Jahren Notarzteinsätze - 5500 hat er ausgerechnet. Der Leitende Oberstaatsanwalt Walter dazu: "Auch wenn man Sonderrechte in Anspruch nimmt, muss es verhältnismäßig sein."
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