OB Cerny: Bundeswehrkrankenhaus derzeit "bunt gemixter Bauladen"
Stadt schließt einen Kauf nicht aus

Teilweise "lebt" das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus. Die Stadt habe "großes Interesse an einer geordneten und positiven Entwicklung", signalisierte Oberbürgermeister Michael Cerny. Bild: Steinbacher
Amberg. (kan) Ist die Stadt auch in den Augen von Oberbürgermeister Michael Cerny der "geborene Käufer" für das wieder auf den Markt geworfene ehemalige Bundeswehrkrankenhaus (wir berichteten)? "Als Stadt haben wir ein großes Interesse an einer geordneten und positiven Entwicklung. Deshalb ist ein Erwerb nicht ausgeschlossen", erklärte der OB am Mittwoch auf AZ-Nachfrage. Es sei aber auch "nicht der zwangsläufige Schluss, dass die Stadt kaufen muss", fügte er hinzu.

Man habe in Zusammenarbeit mit der Golden Gate GmbH beziehungsweise der Park Campus GmbH immer versucht, eine positive Entwicklung zu erreichen. "Dass es trotzdem nicht gelungen ist, zeigt, wie schwer eine solche Konversionsmaßnahme für einen privaten Investor ist, der ja unterm Strich Gewinne erzielen muss", machte der OB deutlich.

Auch wenn der Blick zurück heute nicht wirklich weiterhelfe, kann Cerny sich "noch gut daran erinnern, als der damalige Verteidigungsminister Struck uns in Amberg den sogenannten warmen Übergang, also den nahtlosen Wechsel von einer militärischen Krankenhausnutzung in eine private Nutzung, zugesagt hat".

"Ernsthaftes Interesse"

Seitdem hätten Unternehmensberater und dann der neue Eigentümer versucht, eine wirtschaftliche Klinikumsnutzung zu finden - leider ohne Erfolg. Die Stadt Amberg hatte laut OB damals ein "ernsthaftes Interesse" an der Übernahme der Liegenschaft, sei aber beim vom Bund initiierten Preispoker ausgestiegen, als klar gewesen sei, dass Amberg und Leipzig nur im Paket verkauft werden sollten. Die damaligen Preisvorstellungen hätten eine wirtschaftliche Entwicklung bereits fraglich erscheinen lassen. Die jetzige Situation "bestätigt dies nachträglich".

Cerny hielt gegenüber der AZ fest: "Heute haben wir ein Sondergebiet Klinikum, das durch verschiedene Vermietungen zwar einen zeitlich befristeten Ertrag liefert und mit dem die laufenden Kosten auch abgedeckt werden können. Aber planerisch ist dieser bunt gemixte Bauladen aus unserer Sicht keine Basis für eine geordnete Stadtentwicklung." Deshalb solle dieser Bereich im Zuge eines städtebaulichen Konzepts neu überdacht und gegebenenfalls überplant werden. "Unter diesem Aspekt müsste die Stadt Amberg als ,geborener Käufer' zusätzlich Geld für die Neuplanung, Erschließung und Entwicklung des Geländes in die Hand nehmen", gab der Oberbürgermeister noch zu bedenken.

Immer wieder Gespräche

"Wir sind daher seit dem Bekanntwerden der Insolvenz in regelmäßigen Gesprächen mit der Park Campus und dem Insolvenzverwalter", berichtete Cerny und verwies auf persönliche Gespräche in München. Sanierungs-Geschäftsführer Dr. Hans Volckens und der Insolvenzverwalter seien mehrfach in Amberg gewesen. Ob die Stadt das BWK tatsächlich kauft, hänge natürlich davon ab, welche Angebote die von Volckens genannten Interessenten abgeben und ob die Gläubiger nicht doch eine Versteigerung wünschen.
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