"Ob der Chef mich vergisst?"
Hintergrund

Regensburg. (wbr) Friedrich Kardinal em. Wetter zitierte in seiner Predigt einige der letzten Worte von Altbischof Manfred Müller, um dessen Demut und sein Vorbereitetsein auf sein irdisches Ende, aber auch seinen Humor aufzuzeigen: "Der Herr ist aufgefahren - und ich bin immer noch da." Das sagte Bischof Manfred zu Christi Himmelfahrt.

"Mit diesem Wort verrät er uns, wie bereit er war, aus dieser Welt hinauszugehen und hinüberzugehen zum Herrn, der ihm im Himmel eine ewige Wohnung bereitet hat. Für diesen Umzug in die Ewigkeit war er nicht nur bereit, er wartete auf diese Stunde, ja er sehnte sie", so Friedrich Wetter über seinen Freund Manfred Müller. Müller soll indes angefügt haben: "Ob der Chef mich vergisst?"

"Die Wahrheit in Liebe verkünden"

Regensburg. (el) In seiner Amtszeit galt Müller, dessen Wahlspruch "Die Wahrheit in Liebe verkünden" lautete, als Mann des Ausgleichs. 1992 beendete Müller die auf ein Pogrom im Jahre 1338 zurückgehende Wallfahrt "Deggendorfer Gnad". In einem Hirtenwort distanzierte er sich eindeutig von antisemitischen Geschichtsfälschungen.

Im politischen Streit um die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, der die Bevölkerung spaltete, steuerte Müller einen neutralen Kurs zwischen Befürwortern und Gegnern der Kernkraft. Dagegen unterstützte er Ende der 1990er Jahre in der Auseinandersetzung um die Schwangerenkonfliktberatung nicht die Haltung Papst Johannes Paul II., als dieser den sofortigen Ausstieg aus der Beratung forderte.

Insbesondere seit dem Fall des "Eisernen Vorhanges" engagierte sich Müller für die Unterstützung der Nachbarbistümer Prag und - nach dessen Neugründung - auch Pilsen. So unterstütze er in Pilsen das neu errichtete Katholische Gymnasium.
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