"Oberste Ebene ziemlich schwerfällig"
Kündigungen: U.S. Army ohne Plan

Bild: uax (Archiv)
Grafenwöhr. (luk) Karl Raps korrigierte am Freitag eine Meldung, wonach die US-Armee in Grafenwöhr bis Mai 15 und in Hohenfels 35 Mitarbeiter entlassen möchte. Dem Vorsitzenden der Bezirksbetriebsvertretung des JMTC (Gemeinsames Multinationales Ausbildungskommando) in Grafenwöhr liegen diesbezüglich aktuell 32 Anträge für Hohenfelser und 13 für Grafenwöhrer Beschäftigte vor. Die Zahl habe sich inzwischen durch Um- und Versetzungen reduziert.

Raps arbeitet derzeit an einem Widerspruch an den Arbeitgeber gegen die Entlassungen, in der Hoffnung, die Zahl über freie Stellen auf dem Stellenplan noch weiter reduzieren zu können. Eine Entscheidung werde aber erst fallen, wenn auch die Hauptgebietsvertretung in Wiesbaden das Verfahren bearbeitet hat. Laut "Fahrplan des Arbeitgebers" sollen dann die Kündigungen Ende Mai rausgehen. Für die Betroffenen wäre dann, unter Berücksichtigung der für alle geltenden siebenmonatigen Kündigungsfrist, der 31. Dezember der letzte Arbeitstag.

Viele kurz vorm Rentenalter

"Mit etwas Planung müsste keine Stelle gestrichen werden", ist sich der Eschenbacher sicher. Er verweist auf 332 Beschäftigte in allen "Commands" in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels , die entweder das rentenrelevante Alter bald erreichen oder sogar schon erreicht haben. Dabei lag die Gesamtzahl der Mitarbeiter zu Beginn der Haushaltsjahres am 1. Oktober 2014 bei 514.

Dass trotzdem Kündigungen erfolgen sollen, schreibt er den Planungen der US-Armee aus den Jahren 2010/11 zu. Damals seien zwei Kampfbrigaden abgezogen worden, was zu weniger Auslastung und somit zu weniger Arbeit geführt habe. Doch dies sei mittlerweile überholt. Inzwischen trainierten vermehrt multinationale und amerikanische "rotierende Truppen" in Brigadestärke auf den Übungsplätzen. Aufgrund der deutlich zugenommenen Auslastung sei ein Stellenabbau nicht gerechtfertigt.

Doch auf die Veränderungen reagiere die "oberste Ebene ziemlich schwerfällig". Sie setze die Planung um, "in dem Wissen, dass es so nicht geht".

Wie Verdi hält Raps die Kündigung zweier Mitglieder der Betriebsvertretung, jeweils eines in Grafenwöhr und Hohenfels, für "rechtlich nicht umsetzbar". Sofern ihre Dienststelle nicht komplett aufgelöst werde, müssten sie im "verbleibenden Teil der Betriebsvertretung untergebracht werden".

Auf NT-Nachfrage versprach die Pressestelle des JMTC eine Stellungnahme zu den Vorgängen bis Freitagnachmittag. Diese gab es dann jedoch nicht.
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