Offensive für digitale Behördengänge - Steuererklärung ohne Papierkrieg
Ins Internet statt aufs Amt

Bürger und Unternehmen im Freistaat sollen künftig ins Internet statt aufs Amt gehen können, wenn sie etwas erledigen müssen. Das ist das Ziel des "Bayern-Portals", das digitale Verwaltungsdienstleistungen großflächig bündeln soll. "Wir wollen einen Paradigmenwechsel vom Blatt zum Byte", sagte der auch für Landesentwicklung zuständige Finanzminister Markus Söder (CSU) am Donnerstag bei der Verlängerung des "Pakts für eine digitale Verwaltung" in Nürnberg.

Wer zum Beispiel umzieht, ein neues Auto gekauft hat oder als Hausbesitzer eine größere Mülltonne braucht, muss bislang mit verschiedenen Behörden in Kontakt treten - und meist persönlich erscheinen. Künftig soll vieles mit wenigen Klicks im Internet möglich sein. Das hilft auch den Kommunen: Sie können je nach Größe zwischen einigen Hundert und 24 000 Euro einsparen.

Voraussetzung dafür sind rechtliche Regelungen, die im kommenden Jahr verabschiedet werden. Dazu gehört die elektronische Signatur, mit der sich der Antragsteller eindeutig identifizieren kann. Zusätzlich soll es ein digitales Bezahlsystem geben. Bislang sind 15 Prozent der Kommunen und fast alle Landkreise bei dem Projekt dabei. Noch ist unklar, wann das Angebot flächendeckend ist. Bund und Länder wollen unterdessen den Papierkrieg bei der Steuererklärung eindämmen. Ab Januar 2016 soll die Pflicht entfallen, zusammen mit der Einkommensteuererklärung Papierbelege einzureichen. Darauf hätten sich die Finanzminister von Bund und Ländern verständigt, sagte Bayerns Ressortchef Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München. Zudem sollen die Bürger keine Daten mehr angeben müssen, die den Behörden sowieso schon vorliegen. Die elektronische Steuererklärung mit Hilfe der "Elster"-Software soll künftig den Postverkehr zwischen Bürger und Finanzamt weitgehend ersetzen. "Es gibt keine Vorgabe. Das ist nicht zwingend", sagte Söder.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.