Online-Petition: "Freispruch" für Notarzt gefordert
175 000 Unterstützer

Ein Strafbefehl gegen einen bayerischen Notarzt hat im Internet einen Proteststurm entfacht. Mehr als 175 000 Menschen fordern bis Sonntagnachmittag in einer Online-Petition einen "Freispruch" für den Mediziner Alexander Hatz (51), der wegen Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt worden war. Ein Mann aus Hamburg hatte die Online-Petition gestartet.

Der Notarzt war im April von der Rettungsleitstelle Ingolstadt ins gut zehn Kilometer entfernte Karlshuld geschickt worden. Ein zweijähriges Mädchen hatte Schnellkleber verschluckt und drohte zu ersticken. Auf der Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn musste er mehrere Autos überholen. Ein Autofahrer zeigte ihn an, der Arzt bekam einen Strafbefehl über 4500 Euro wegen Verkehrsgefährdung. Außerdem droht ihm der Führerscheinentzug für sechs Monate. Weil der 51-Jährige die Strafe des Amtsgerichts Neuburg a.d. Donau nicht akzeptieren will, kommt es zum Prozess.

Der Notarzt zeigte sich tief beeindruckt vom Zuspruch. "Es ist überwältigend", sagte er dem "Donaukurier". "Das geht ja quer durch die ganze Bundesrepublik. Und wenn Dortmunder einen Bayern stützen, dann will das schon was heißen." Er habe sich nicht falsch verhalten.

"Ich habe das getan, was ich in 5000 Einsätzen vorher auch schon getan habe. Und das kann eigentlich nicht falsch sein. Zumal ich bisher noch nie einen Unfall hatte oder irgendjemanden in Bedrängnis gebracht habe", so der Mediziner. Inzwischen hat die Münchener Generalstaatsanwaltschaft nach Medieninformationen die Akten angefordert.
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