Opfer-Familie: Kein Medienrummel
Kurz notiert

München.(dpa) Die Familie des bayerischen Opfers der Pariser Terrorserie hat die Öffentlichkeit um Zurückhaltung gebeten. "Wir trauern um unseren Angehörigen, Raphael H., und bitten darum, unsere Privatsphäre zu respektieren", schrieb die Familie aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen in einem Brief, den das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim am Montag veröffentlichte. Der 28 Jahre alte Architekt aus Oberbayern lebte schon seit längerem in Paris. Am Freitagabend saß er in einem Café und wurde dort von den Terroristen getötet. Die Angehörigen hätten übereinstimmend beschlossen, keinen Kontakt zu Medienvertretern aufzunehmen. "Wir appellieren außerdem an Ihr Mitgefühl: Ziehen Sie die bereits vor Ort befindlichen Fernsehteams umgehend wieder ab!"

Muslime laden zu Kundgebung ein

München.(dpa) Die Muslime in München haben für Freitag zu einer Solidaritätskundgebung für die Opfer des Terroranschlags in Paris aufgerufen. Unter dem Motto "Steh auf gegen Hass und Gewalt" habe das Münchner Forum für Islam (MFI) für 16.30 Uhr eine Demonstration angemeldet, sagte der MFI-Vorsitzende und Imam der Gemeinde in Penzberg, Benjamin Idriz, am Montag. Auch Künstler, Politiker und andere Kirchen seien eingeladen worden, um Reden und Musik zu hören und um gemeinsam zu beten. "Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, Muslime wie Nicht-Muslime", erklärte Idriz auch auf der MFI-Facebook-Seite. Mit dieser Veranstaltung wollen sich die Muslime in München deutlich von den islamistischen Attentätern abgrenzen.

Mehr Kontrollen "nicht einfach"

München.(dpa) Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat skeptisch auf den Vorschlag von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) reagiert, für stärkere Grenzkontrollen Landespolizisten einzusetzen. "Das klingt recht einfach", sei es aber nicht, sagte DPolG-Landesvorsitzender Hermann Benker am Montag auf Anfrage. Bereits seit März sei die bayerische Polizei mit der Aufnahme der vielen Flüchtlinge beschäftigt. Dass man sich nun verstärkt um Schleierfahndung und Grenzkontrollen kümmern soll, "halte ich für ausgeschlossen", betonte Benker.
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