Ordentliche Feier

Von Papst-Sekretär Georg Gänswein über Biathletin Magdalena Neuner - die Runde der neuen Träger des Bayerischen Verdienstorden ist illuster. Auch einige Oberpfälzer sind unter den Geehrten. Eine ist dem Medienhaus "Der neue Tag" besonders verbunden.

Zwischen all den aktuellen Krisentreffen ist für Landesvater Horst Seehofer die Verleihung der Bayerischen Verdienstorden eine ebenso willkommene wie freudige Abwechslung. 38 der weiß-blauen Kreuze darf er verdienten Persönlichkeiten ans Revers heften und dabei - wie er sagt - eine "Welturaufführung" präsentieren. Denn erstmals in der bald 60-jährigen Geschichte der höchsten Auszeichnung des Freistaats werden in diesem Jahr gleich viele Frauen wie Männer geehrt. "Das ist für Bayern schon was Besonderes", betont Seehofer.

Auch einige Oberpfälzer sind unter den Geehrten, wie der frühere Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg, Gerd Geismann. 24 Jahre hat er gewirkt, in seine Amtszeit fiel die Stilllegung der Maxhütte, eine Zäsur in der Geschichte der Stadt. Nun erhielt er den Verdienstorden dafür, dass er die folgende Umstrukturierung der Stadt mit der Ansiedlung von Behörden und neuen Unternehmen "vorbildlich gemeistert" und dabei gleichzeitig die historische Altstadt saniert und wiederbelebt habe.

Zudem sei ihm die Integration von Aussiedlern und Immigranten ein großes Anliegen gewesen. Gewürdigt wurde zudem Geismanns Beitrag zur Restaurierung der ehemaligen Synagoge in Sulzbach-Rosenberg, die heute eine interkulturelle Begegnungs- und Erinnerungsstätte sei.

Schönberger-Schwestern

Gemeinsam geehrt wurden die Schwestern Andrea und Sabine Schönberger aus Schwarzenfeld, die seit 1990 den gleichnamigen Stahl- und Metallbaubetrieb führen. Der Verdienstorden gebührt ihnen demnach für ihre außerordentliche Familienfreundlichkeit. Eine "hervorragende frauen- und familienfreundliche Personalpolitik" attestiert Seehofer den Geschwistern, dazu unternehmerischen Mut und neue konzeptionelle Wege, die Vorbild für andere Unternehmen sein sollten. Beide hätten damit wichtige gesellschaftspolitische Ziele verwirklicht und seien auch noch wirtschaftlich erfolgreich.

Millionen für "Lichtblicke"

Zu den weiteren Geehrten aus der Oberpfalz gehört die Schirmherrin der NT-Benefiz-Aktion "Lichtblicke", Elisabeth Wittmann aus Tännesberg. Die Aktion wurde 1994 ins Leben gerufen. "Unermüdlich rührt Frau Wittmann seitdem die Werbetrommel für die inzwischen größte Hilfsaktion dieser Art in der Region", heißt es in der Laudatio. 1,2 Millionen Euro sind auf diese Weise schon zusammengekommen durch Spenden- und Verkaufsaktionen sowie durch Benefizkonzerte bekannter Künstler.

Geehrt wurde auch der Regensburger Verleger Peter Esser und der ehemalige Regensburger Dompfarrer Monsignore Harald Scharf. Sie alle lobt Seehofer dafür, "für den Freistaat und das bayerische Volk über eine lange Zeit Herausragendes geleistet" zu haben. Die Geehrten hätten Bayern mitgestaltet und geprägt - und sollten dies auch weiter tun. Zu den Geehrten gehörten auch Papst-Sekretär Georg Gänswein die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner und der stellvertretende Chef der SPD-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann. Die ehemalige Biathletin Magdalena Neuner, die im Dirndl gekommen war, nannte die Auszeichnung eine "Riesenehre". Gänswein, der auch Privat-Sekretär von Papst Benedikt XVI. war, sagte, er sei von der Auszeichnung überrascht gewesen und habe Papst Franziskus um einen freien Tag bitten müssen.

Den Bayerischen Verdienstorden tragen nun 1616 Persönlichkeiten, die Zahl der lebenden Träger ist auf 2000 begrenzt. Seit 1957 wurde er bislang 5443 Mal verliehen.
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