Orkan legt Bahnverkehr in Bayern weitgehend lahm
Umgefallene Bäume und abgerissene Oberleitungen

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) wurde am Nachmittag komplett eingestellt. Bei den Regionalbahnen waren einzelne Strecken gesperrt. Bild: dpa

Sturmtief «Niklas» hat am Dienstag Reisende und Pendler ausgebremst. In Bayern standen zeitweise die Züge still. Umgefallene Bäume und abgerissene Oberleitungen legten den Bahnverkehr lahm. Der Münchner Hauptbahnhof wurde wegen Sturmschäden geräumt.

München. (dpa/lby) Das Orkantief «Niklas» hat am Dienstag den Bahnverkehr in Bayern weitgehend lahmgelegt. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) wurde am Nachmittag komplett eingestellt. Bei den Regionalbahnen waren einzelne Strecken gesperrt. Die Haupthalle des Münchner Hauptbahnhofs wurde am Nachmittag wegen Orkanschäden geräumt, der Zugverkehr wurde eingestellt: Laut Bundespolizei hatten sich Dachfenster durch den Sturm verschoben und drohten herabzustürzen.

Bei Pegnitz in Oberfranken fuhr ein mit 140 Passagieren besetzter DB-Regionalexpress auf im Gleis liegende Baumstämme. Der Lokführer und ein weiterer Bahnmitarbeiter wurden leicht verletzt. Beide konnten sich kurz vor dem Aufprall in den hinteren Teil des Triebwagens in Sicherheit bringen. Die Fahrgäste blieben unverletzt. Am Zug entstand nach Polizeiangaben Schaden in sechsstelliger Höhe.
Zwischen München und Freising konnte gegen Mittag ein Alex-Zug nicht weiterfahren, weil ein brennender Baum eine Oberleitung beschädigt hatte, sagte die Alex-Sprecherin. Die Passagiere mussten zunächst im Zug ausharren, ehe sie zurück gefahren wurden.

Von Nürnberg nach Passau und nach Hof fielen die DB-Züge am Dienstagnachmittag aus, ebenso wie die Verbindungen zwischen München und Landshut sowie nach Ingolstadt und Garmisch-Partenkirchen. Auch die Privatbahn Alex und die Bayerische Oberlandbahn stellten ihren Betrieb nachmittags vorübergehend komplett ein. In Ostbayern fuhren am Nachmittag noch die Waldbahn und teilweise auch die Oberpfalzbahn, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Agilis stellte den Verkehr zwischen Regensburg und Obertraubling ein. Wann die Züge wieder fahren sollten, war zunächst unklar.
Zudem wurde das Tempo aller noch fahrenden Regionalbahnen sicherheitshalber auf maximal 80 Stundenkilometer gedrosselt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. So sollten Zusammenstöße mit umgefallenen Bäumen verhindert werden.

Im Münchner S-Bahn-Verkehr wurden nach Angaben der Bahn am Dienstagnachmittag nur noch zwei Linien befahren, so dass zumindest auf der Stammstrecke ein Zehn-Minuten-Takt aufrecht gehalten werden konnte.