Orkan mit voller Wucht: Retter im Dauereinsatz

Auf der Bahnstrecke bei Pegnitz ist ein Triebwagen des Regionalexpresses Bayreuth-Nürnberg in einen umgestürzten Baumstamm gefahren. Bayernweit kam der Bahnverkehr durch das Orkantief "Niklas" zeitweise zum Erliegen. Bild: dpa

Sturmtief "Niklas" tobt quer über die Republik. Drei Männer sterben in Deutschland, einer in Österreich. Der Münchner Hauptbahnhof wird geschlossen. Vielerorts krachen Bäume auf die Schienen und legen den Bahnverkehr lahm.

Ausnahmezustand an Bahnhöfen, Orkan-Chaos auf den Straßen und mehrere Tote: Mit Böen von bis zu 192 Stundenkilometern ist Orkantief "Niklas" quer über Deutschland gefegt. In Rheinland-Pfalz starben am Dienstag zwei Männer, als ein Baum auf ein Dienstfahrzeug der Straßenmeisterei krachte. In Sachsen-Anhalt wurde ein Mann von einer Mauer erschlagen. Auch in Österreich gab es einen Unwettertoten.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stand der Nahverkehr vorübergehend still. In Bayern wurde der Fernverkehr am Nachmittag komplett eingestellt. Der Münchner Hauptbahnhof musste geschlossen werden. Dort hatten sich Dachfenster durch den Sturm verschoben und drohten herabzustürzen. Die Isarauen wurden wegen der Gefahr umfallender Bäume gesperrt, alle 29 städtischen Friedhöfe geschlossen.

Bundesweit waren Polizisten und Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Häuser wurden beschädigt, der Wind riss Stromleitungen herunter. An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt fielen 170 Starts und Landungen aus.

Es sei einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am heftigsten tobte "Niklas" auf Deutschlands höchstem Berg, der für die Öffentlichkeit gesperrten Zugspitze (2962 Meter) in den Alpen, mit Böen von 192 Stundenkilometern. Der Spitzenwert im Tiefland wurde laut DWD bis zum frühen Abend mit 140 Stundenkilometern erreicht. Bei den Regionalbahnen waren einzelne Strecken gesperrt. Bei Pegnitz in Oberfranken fuhr ein mit 140 Passagieren besetzter DB-Regionalexpress auf am Gleis liegende Baumstämme. Der Lokführer und ein weiterer Bahnmitarbeiter wurden leicht verletzt. Umgestürzte Bäume führten auch zu zahlreichen Stromausfällen. Nach Angaben der Bayernwerk AG waren Oberbayern und die Oberpfalz besonders betroffen.
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