OTH will weiter Impulsgeber sein

Die besten Wünsche gab Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (links) der neuen OTH-Präsidentin Andrea Klug (Mitte) mit auf den Weg - dazu einen Blumenstrauß. Dem scheidenden Professor Erich Bauer (rechts) galt herausragender Respekt für die Leistungen während der zwölfjährigen Amtszeit. Bild: Hartl

Auch wenn Professor Erich Bauer künftig "öffentliche Präsenz gegen privates Glück eintauscht": Das Stadttheater Amberg gab im wahrsten Sinn des Wortes die große Bühne für den Präsidentenwechsel an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH). Die geballte Prominenz erwies Bauer ebenso die Ehre wie seiner Nachfolgerin Professorin Andrea Klug.

Amberg. (cf) Innovativ und etwas anders, so wie die Hochschule Amberg-Weiden eben tickt, wagte selbst die ansonsten im Hintergrund stehende "musikalische Umrahmung" den Spagat zu experimenteller Installation. Die kreative Formation aus Bauers Heimat in der südlichen Oberpfalz forderte gar Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle zu einer Witzelei über "neue musikwissenschaftliche Materialien" heraus. Moderator Winfried Steinl geleitete philosophisch-geistvoll durch das Programm, so dass sich der fast dreistündige Festakt am Donnerstagnachmittag anregend und kurzweilig gestaltete: Und es rundherum gelang, "ein ernstes Fest fröhlich zu feiern" (Kanzler Ludwig von Stern).

Über den grünen Klee rühmte Wissenschaftsminister Spaenle Bauers Leistungen als "glänzendes Beispiel für die Entwicklung regionaler Kräfte", nämlich das (akademische) Potenzial in der Oberpfalz auszuschöpfen und Gelegenheit zum Hochschulabschluss in der Heimat zu geben. Spaenle sieht in der HAW Amberg-Weiden nicht weniger als einen "Innovationsführer", der Maßstäbe mit seiner Kompetenz in der angewandten Forschung setze. Sozialministerin Emilia Müller lobte Bauers Stärke ("lieber Erich"), in Verbünden zu denken und Allianzen zu schmieden. Sie schwärmte von der "Wissens- und Innovations-Region" und ist überzeugt, dass Andrea Klug "die OTH auf dem eingeschlagenen Erfolgsweg klug weiterführen wird".

Video-Botschaft von Goppel

"Bildungspolitik ist auch Strukturpolitik", kündigte Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny die Verleihung der Bürgermedaille an Bauer an. Der Vorsitzende des studentischen Konvents, Alexander Röckl, würdigte Prof. Bauers Fähigkeit zum Dialog und seinen Respekt vor der Meinung anderer.

Per Video-Botschaft durfte CSU-Veteran Thomas Goppel, der damals den Doppelstandort skeptisch beargwöhnt hatte, den Dank übermitteln. Der Auftritt war wohl Bauers Wirken als langjähriger Kultur- und Öffentlichkeitsreferent der CSU-Landtagsfraktion geschuldet. Der Abt der Benediktinerabtei Plankstetten, Beda Sonnenberg, betrachtete es als Novum, dass mit Prof. Bauer ein diplomierter Theologe das Amt des Präsidenten bekleidete. Diese "gegenseitige Befruchtung der Geistes- mit den Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften" habe Bauer vor allem auf die "Regeln des Heiligen Benedikt" gegründet: mit dem Fokus auf die maßvolle Unterscheidung als "Zukunftstugend der Gesellschaft".

Der dermaßen Gewürdigte und Gerühmte gestand - bei aller Oberpfälzer Bescheidenheit - offen ein: "Das tat gut." Nach zwölf Jahren im Amt sei ein Wechsel für alle Beteiligten aber fruchtbar. Aus den Worten Erich Bauers sprach die tiefe Leidenschaft, nach dem Prinzip "aus der Region für die Region" die HAW täglich neu zu buchstabieren - "und dabei der Oberpfalz ein wenig Stolz und Selbstbewusstsein mitzugeben". Früher sei das Grenzland eher ein Revier für strafversetzte Beamte gewesen, "heute ist es eine Aufsteiger-Region". Bauer forderte dazu auf, endlich das "Nord-Süd-Gejammere" innerhalb der Oberpfalz abzustellen. Das Konzept der OTH für "innovative Lernorte" in der Region sieht er als Alternative "zur McDonaldisierung" der Hochschullandschaft. Mit dem Blick auf "Familie-Fitness-Forschung" will sich Erich Bauer im Frühjahr 2016 (nach einem "Resozialisierungs-Semester") entscheiden, wie es beruflich bei ihm weitergeht.

Die neue Präsidentin Andrea Klug sprach von einem "Meilenstein großer Verantwortung" und erinnerte an ein Zitat von Gründungspräsident August Behr: "Wer Bildung sät, wird Zukunft ernten." Auf den Leistungen lasse sich hervorragend aufbauen, sie setzt dabei auf "Kontinuität, Profilschärfung und Weiterentwicklung" und interpretiert die OTH weiterhin als "Impulsgeber für die Region".
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