Pakistan sprengt Kinderpornoring - Bis zu 300 Fälle
Missbrauch mit System

Der pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif verspricht den Opfern Gerechtigkeit. Bild: dpa
Nach dem Bekanntwerden zahlreicher möglicherweise organisierter Fälle von Kindesmissbrauch hat sich der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif eingeschaltet. "Wir werden sicherstellen, dass diejenigen, die hinter diesem abscheulichen Verbrechen stehen, beispielhaft bestraft werden", kündigte Sharif am Montag in der Hauptstadt Islamabad an. Zuvor hatte die Polizei mindestens sieben Männer wegen Kindesmissbrauchs und der Verbreitung von Videoaufnahmen davon festgenommen. In Medien war von fast 300 Missbrauchsfällen die Rede. Das jüngste Opfer sei demnach sieben Jahre alt, teilte die Polizei mit.

Die Festnahmen seien in der Provinz Punjab erfolgt, nachdem die Behörden Dutzende Videos beschlagnahmt hätten, berichtete ein Beamter des Bezirks Kasur. Auf den Filmen ist demnach zu sehen, wie Kinder aus der Umgebung belästigt werden. "Wir suchen zehn weitere Verdächtige", teilte die Polizei mit. Einzelne Fälle von Kindesmissbrauch sind keine Seltenheit in Pakistan, allerdings könnte der jüngste Fall erstmals Ermittlungen gegen ein organisiertes Netzwerk nach sich ziehen. Die Justiz prüft noch, welches Ausmaß die Verbrechen haben. Die meisten Videos mit kleinen Jungen seien vor Ort verkauft worden, sagte der Polizist Riaz Chaudhry. Ob die Filme auch international - beispielsweise über Kinderporno-Webseiten - angeboten worden, wird noch untersucht.
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