Patt bei den Wahlen in Israel hilft dem Likud-Vorsitzenden
Vorteil für Netanjahu

Anhänger von Benjamin Netanjahu feiern das Wahlergebnis. Bild: dpa
Die Richtungswahl in Israel ist am Dienstag nach Prognosen unentschieden ausgegangen. Sofort wurden Stimmen für eine große Koalition laut. Das Mitte-Links-Bündnis Zionistisches Lager und die konservative Likud-Partei lagen laut Prognosen zweier TV-Sender mit jeweils 27 von 120 Mandaten gleichauf. Nach Angaben des Zweiten Israelischen Fernsehens hat der Likud mit 28 Sitzen ein Mandat Vorsprung.

Er schnitt besser ab, als erwartet. Damit ist eine vierte Amtszeit des Likud-Chefs Benjamin Netanjahu wahrscheinlich. "Allen Widrigkeiten zum Trotz, ein großer Sieg für Likud, ein großer Sieg für das rechte Lager unter Führung des Likud, ein großer Sieg für die Nation Israel", schrieb Netanjahu auf seiner Facebook-Seite. Das Zionistische Lager warf Netanjahu vor, die Menschen in die Irre zu führen. "Der rechte Block ist geschrumpft. Alles ist möglich, bis die richtigen Ergebnisse da sind", zitierte die Zeitung "Haaretz" die Partei.

Präsident Reuven Rivlin sprach sich nach der Veröffentlichung der Prognosen für eine große Koalition aus. "Ich bin überzeugt, dass nur eine Einheitsregierung den raschen Zerfall der israelischen Demokratie und baldige Neuwahlen verhindern kann", sagte er der Zeitung "Haaretz" zufolge. Eine große Koalition hatten aber sowohl Netanjahu als auch Herzog vor der Wahl abgelehnt.

Für Netanjahu dürfte es angesichts der Übermacht rechter Parteien einfacher werden, eine Koalition zu bilden. Für eine große Koalition würde er noch eine weitere Partei benötigen. Sollte er aber eine Koalition ohne das Zionistische Lager anstreben, müsste er außer den nationalistischen Parteien und den religiösen Parteien auch die neue Partei Kulanu von Ex-Kommunikationsminister Mosche Kachlon mit ins Boot holen.
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