Pegnitz.
«Monstertrassen»-Gegner: Seehofer ist bei Trassenstreit eingeknickt

(dpa/lby) Die Einigung im Stromtrassenstreit hat auch bei den Kritikern der Süd-Ost-Trasse für Enttäuschung gesorgt. «Gemessen an der ursprünglichen Zusage, die Trasse gänzlich zu verhindern, ist Ministerpräsident Horst Seehofer eingeknickt», kritisierte der Sprecher des «Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse», Markus Bieswanger, am Donnerstag in Pegnitz. «Obwohl weiterhin der Beweis für die Notwendigkeit der Trasse fehlt, hält die Staatsregierung leider weiterhin daran fest. Daran ändert auch nichts, dass ein Teil der Leitungen unter die Erde gelegt werden soll.»

Der Sprecher des Bürgerinitiativen-Dachverbandes bezweifelte zudem, dass es mit der bei einem Energiegipfel zwischen SPD, CDU und CSU erzielten Einigung zu einer Entlastung der Bürger kommt. Dazu sei die Einigung viel zu unverbindlich. Die Bundesnetzagentur sei lediglich um die Prüfung eines alternativen Trassenverlaufs gebeten worden. «Es kann durchaus sein, dass die Süd-Ost-Trasse am Ende doch über Pegnitz läuft oder aber auf die Westseite der Fränkischen Schweiz bei Forchheim verlegt wird», sagte Bieswanger. Auch Weiden in der Oberpfalz könnte betroffen sein. In dem Aktionsbündnis sind nach eigenen Angaben bayernweit 70 Bürgerinitiativen zusammengeschlossen.