Personalquerelen an Katholischer Universität Eichstätt nehmen kein Ende
Der nächste Rücktritt

Kardinal Reinhard Marx trägt als Stiftungsratsvorsitzender Verantwortung für die Katholische Universität Eichstätt. Archivbild: dpa
Die seit mittlerweile sechs Jahren andauernden Personalquerelen an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) nehmen kein Ende. Der Vorsitzende des Hochschulrates, Wilhelm Vossenkuhl, ist mit der Einsetzung eines vierköpfigen Interimspräsidiums nicht einverstanden und legte daher mit sofortiger Wirkung seine Ämter nieder, wie die Hochschule mitteilte.

Hintergrund des Streits ist das Festhalten des Münchner Kardinals Reinhard Marx als Stiftungsratsvorsitzender an dem Uni-Präsidium auf Zeit. Das Quartett war eingesetzt worden, weil sich die Hochschulgremien nicht auf einen neuen Präsidenten für die einzige katholische Universität im deutschsprachigen Raum mit rund 5000 Studenten einigen konnten. Im Frühjahr war Richard Schenk überraschend als Uni-Präsident zurückgetreten.

Vor ihm leitete Andreas Lob-Hüdepohl die Hochschule zwei Jahre kommissarisch. 2008 hatte sich der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke geweigert, den bereits gewählten Theologen Ulrich Hemel zum Präsidenten zu ernennen. Hemel lehrte jahrelang an der Universität Regensburg. Gründe für seine Ablehnung wurden 2008 nicht genannt. Gut unterrichtete Kreise vermuteten, dass seine Kritik an der Kirche eine Rolle spielte. Er unterzeichnete beispielsweise die Aufforderung von Reformtheologen zu Veränderungen. 2009 versuchten die Hochschulgremien in der lähmenden Personaldebatte einen Befreiungsschlag, indem sie den Theologen Reinhard Hütter zum Präsidenten wählten. Hüttner wurde aber nicht ernannt, da er den Bischöfen zu teuer war.
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