Personalrat selbst überrascht:Vorstand legt neue Idee vor, die fast alles beim Alten lässt
"Toller Erfolg" im Klinikums-Streit

Schmutzige Wäsche wird in St. Marien in einer eigenen Wäscherei gereinigt. Dort sind aktuell fünf "klinikumseigene" Mitarbeiter tätig, die nach Möglichkeit in die Dienstleistungs-GmbH überführt werden sollen. Bild: hfz
Amberg. (ath) Der Personalrat von St. Marien stimmt noch kein Triumphgeheul an, aber er sieht sich auf der Siegerstraße. Wie berichtet, hatte die Klinikumsleitung darüber nachgedacht, rund 40 Mitarbeiter aus der eigenen Unternehmensstruktur in die seit 2005 bestehende St.-Marien-Dienstleistungsgesellschaft zu überführen.

Dort wären sie nicht mehr als Angehörige des öffentlichen Dienstes bezahlt worden - Träger des Klinikums ist ja die Stadt -, sondern angelehnt an den Tarifvertrag für Gebäudereiniger, den diese GmbH als Grundlage nutzt (weil das ihre Haupttätigkeit in St. Marien ist).

"Lange, zähe Diskussionen"

Abgesehen davon, dass diese Leute mehrheitlich keine Gebäudereiniger sind, sondern vor allem in den Bereichen Bettenzentrale, Wäscherei, Caféteria und Kiosk arbeiten, lief der Personalrat gegen diese Pläne generell Sturm. So stellte das sein Vorsitzender Reinhard Birner am Freitag zusammen mit Vertretern der Gewerkschaft Verdi bei einem Pressegespräch im Schießl-Wirtshaus dar.

Nach seinen Worten zeigte diese Intervention "in langen, zähen und intensiven Diskussionen" mit dem Vorstand nun Erfolg. Denn die "unnachgiebige Haltung" des Personalrats habe bei zwei Teilbetriebsversammlungen für die Betroffenen am Donnerstag zu einer Überraschung geführt. Dort habe Vorstand Manfred Wendl zwar die bisherigen Gedanken dargestellt, aber auch eine "neue", zuletzt nicht diskutierte Variante ins Spiel gebracht. Nämlich, dass die ursprünglich ins Visier genommenen Mitarbeiter doch direkt am Klinikum beschäftigt bleiben könnten - mithin eigentlich alles gleich bleibt, wie Birner informierte.

"Für uns ist das super", schwärmte der Vorsitzende, der von einer "Wende" sprach und einem "tollen Erfolg, den wir da haben". Freilich wäre es ihm und seinem Gremium am liebsten, wenn das Klinikum komplett den umgekehrten Weg gehen würde und die über 60 Beschäftigten der Dienstleistungs-GmbH ins eigene Haus und damit in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst zurückholt. Das aber sei laut Wendl "wirtschaftlich überhaupt nicht darstellbar", weshalb man mit dem neuen Vorschlag "umso zufriedener wäre".

Zumal dieser um ein weiteres Angebot ergänzt worden sei, das laut Birner ursprünglich im Paket mit der Umgliederungslösung gemacht wurde: Elf Mitarbeiter aus dem Patiententransport-, Hol- und Bringdienst sollen von der GmbH unter das Dach des Haupthauses und seines Tarifvertrags zurückkehren. Das allerdings erst, wenn die geplante Gesetzesänderung zur Arbeitnehmerüberlassung in Kraft tritt, die Hintergrund der ganzen Umstrukturierungsüberlegungen ist.

Verwaltungsrat entscheidet

Was Reinhard Birner, sein Personalratskollege Berthold Wiesenbacher und Gewerkschaftsvertreter Klaus Heyert - bei Verdi zuständig für die Krankenhausbeschäftigten in der Oberpfalz - am Freitag hofften, ist, dass der Verwaltungsrat von St. Marien diesen nun im Raum stehenden Plänen folgt. Er trifft mit seinen Stadtratsmitgliedern und dem Oberbürgermeister als Spitze letzten Endes die Entscheidung.
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