Pfleger und Ärzte zur Eindämmung der Ebola-Epidemie fehlen
Von der Leyen sucht Freiwillige

Gesundheitsarbeiter in Liberia desinfizieren ein mutmaßliches Ebola-Opfer. Die WHO hat nach jüngsten Daten in Westafrika bis 18. September 5762 Ebola-Patienten registriert, 2793 davon waren gestorben. Die Dunkelziffer liegt vermutlich wesentlich höher. Bild: dpa

Zur Eindämmung der Ebola-Epidemie werden in Westafrika dringend Ärzte und Pfleger benötigt. Verteidigungsministerin von der Leyen reagiert mit einem Hilfsaufruf an die eigene Truppe. Die Regierung von Sierra Leone ist unterdessen mit der Ausgangssperre im Land zufrieden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sucht in der Bundeswehr nach Freiwilligen für einen Einsatz gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika. In einem Tagesbefehl an die Truppe bat sie am Montag Ärzte und Pfleger, aber auch Techniker und Logistiker, sich für die Hilfe in dem Krisengebiet zu melden. "Zusehends gefährdet die Epidemie nicht nur die Sicherheit und Stabilität Westafrikas, sondern nimmt eine globale Dimension an", schrieb sie an alle Soldaten und Zivilisten der Bundeswehr. "Wir sind jetzt alle gefragt, schnell und wirkungsvoll zu helfen."

Heimflug bei Infektion

Nach Auskunft des Verteidigungsministeriums sollen die Helfer der Bundeswehr eine spezielle Ausbildung für den Kriseneinsatz bekommen. Es soll auch sichergestellt werden, dass für den Fall einer Infektion ein schneller Heimflug und eine Behandlung in Deutschland gewährleistet ist.

Die Bundeswehr will sich zusammen mit der französischen Luftwaffe auch an einer Luftbrücke in die am meisten betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone beteiligen. Transall-Maschinen sollen täglich bis zu 100 Tonnen Hilfsgüter in das Krisengebiet bringen. Dazu soll ein Drehkreuz im senegalesischen Dakar entstehen. Außerdem sollen mit dem Deutschen Roten Kreuz ein Feldlazarett mit mehr als 200 Betten und zwei Basisgesundheitsstationen aufgebaut werden.

Von der Leyens Sprecher Jens Flosdorff sagte, dass es für einen Einsatz gegen eine Seuche wie Ebola keine festen Einheiten in der Bundeswehr gebe. "Das gehört nicht zum Aufgabenspektrum der Bundeswehr." Deswegen setze die Ministerin auf Freiwilligkeit. Solche Härten weise man nicht an. Von der Leyen, die selbst Ärztin ist, sagte im ARD-"Morgenmagazin" auf eine entsprechende Frage, dass sie selbst zu einem solchen Kriseneinsatz bereit wäre: "Das ist eine Frage, die ich unterm Strich, wenn ich wüsste, dass ich geschützt bin, mit Ja beantworten könnte."

30 000 Gesundheitsarbeiter

Die dreitägige Ausgangssperre in Sierra Leone werteten die Behörden des Landes als Erfolg im Kampf gegen die Epidemie. Offenbar hielten sich die meisten der rund sechs Millionen Einwohner an die Anordnung, die von Freitag bis Sonntag galt. Seit Freitag waren fast 30 000 Gesundheitsarbeiter von Haus zu Haus gegangen, um die Bevölkerung über das Virus aufzuklären und mögliche Ebola-Kranke ausfindig zu machen.

Genaue Zahlen gebe es aber zunächst nicht. Zudem verteilten die Helfer rund 1,5 Millionen Stück Seife. Den Teams sei es gelungen, mehr als 60 Ebola-Tote zu begraben, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Um die Krankheit einzudämmen, gilt es als äußerst wichtig, die Leichen schnell zu beerdigen.
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