Pfusch mit Nieten: Stopp für "Eurofighter"

Die Pannenserie bei der Truppe nimmt kein Ende. Jetzt gibt es auch noch Mängel an Kampfflugzeugen. Die Bundeswehr will den Herstellern deshalb vorerst keinen neuen "Eurofighter" mehr abnehmen.

Nun stehen auch die "Eurofighter"-Kampfjets auf der Mängelliste der Bundeswehr. Bei den 1800 Stundenkilometer schnellen Fliegern wurden am hinteren Rumpf fehlerhafte Nietenbohrungen festgestellt. Als Konsequenz hat das Verteidigungsministerium die Abnahme neuer Jets gestoppt. Auf aktuelle Einsätze hat die neue Rüstungspanne allerdings keine Auswirkungen. Der Einsatz von sechs "Eurofightern" zur Luftraumüberwachung über dem Baltikum wird fortgesetzt.

Produziert wird der Kampfjet von Airbus sowie BAE Systems und Alenia Aermacchi. Als Sofortmaßnahmen halbierten die Unternehmen die freigegebene Lebensdauer von 3000 auf 1500 Flugstunden. Das bedeutet faktisch eine Verkürzung der Garantiezeit, was aber keine Auswirkungen hat, weil alle Bundeswehr-"Eurofighter" noch weit von 1500 Flugstunden entfernt sind. Das Verteidigungsministerium will der Industrie nun aber vorerst keine neuen Jets mehr abnehmen - um Nachteile zu vermeiden und ihre Ansprüche zu wahren. Eigentlich sollten bis Jahresende sechs weitere Jets in Dienst gestellt werden. Die Bundeswehr verfügt derzeit über 109 "Eurofighter". 140 sollen es einmal werden. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass derzeit nur 42 der Kampfjets einsatzbereit sind. Der knapp 16 Meter lange Jet fliegt mit einer Reisegeschwindigkeit von etwa 1800 Stundenkilometern und kann eine Höchstgeschwindigkeit von 2500 Stundenkilometern erreichen.

Das Problem an den Bohrungen sind laut Bundeswehr "unzureichende Entgratungen" durch den Hersteller BAE Systems. Beim Entgraten werden scharfe Kanten entfernt, etwa durch Schleifen. Die Mängel haben laut Hersteller aber keine Auswirkungen auf die Flugsicherheit und die Einsatzfähigkeit, wie die Bundeswehr betonte.

Technische Probleme verzögern inzwischen auch den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Derzeit müssen 150 Soldaten auf ihren Rückflug aus Masar-i-Scharif warten, da der normale Truppentransporter - ein Airbus A310 - dafür nicht einsetzbar ist. Grund sind Mängel bei der Notsauerstoffversorgung der Passagierkabine. Die Bundeswehr prüft jetzt Alternativen wie den Einsatz eines Airbus A340. (Kommentar)
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