Philologenverband fordert eine bessere technische Ausrüstung für Gymnasien
Kreidezeit längst vorüber

Das Problem ist nicht damit gelöst, dass Finanzminister Markus Söder in den Keller jeder Schule ein Glasfaserkabel legt.
Die bayerischen Gymnasiallehrer wünschen sich für ihre Schulen eine bessere Ausstattung mit digitalen Medien. Das ergab eine Umfrage des Bayerischen Philologenverbandes (BPV). Zwar sei an allen Gymnasien eine digitale Grundausstattung mit Computern und Internet-Zugang vorhanden, doch klage die Hälfte der Lehrkräfte über zu langsames Internet, veraltete oder nicht funktionstüchtige Geräte sowie über eine nicht ausreichende Anzahl an Computern, Laptops oder Tablets, fasste BPV-Vizepräsident Michael Schwägerl die Ergebnisse zusammen. Bei besseren Bedingungen würde die Mehrzahl der Lehrer digitale Geräte zur Unterrichtsgestaltung viel öfter einsetzen. "Das digitale Zeitalter ist an den Gymnasien angekommen, die Lehrer stecken längst nicht mehr in der Kreidezeit fest", urteilte Schwägerl.

Versierte Netzbetreuer

Neben einer zahlenmäßig besseren Ausstattung ist der größte Wunsch der Lehrkräfte, dass die Geräte einfach und zuverlässig funktionieren. "Das Problem ist nicht damit gelöst, dass Finanzminister Markus Söder in den Keller jeder Schule ein Glasfaserkabel legt", erklärte BPV-Chef Max Schmidt. Jede Schule oder zumindest jede Kommune oder jeder Landkreis als Sachaufwandsträger brauche deshalb einen versierten Netzbetreuer. Optimal wäre die Ausstattung jedes Klassenzimmers mit einem Internet-fähigen Rechner und einem Beamer statt der veralteten Projektoren. Es könne nur eine Notlösung sein, wenn Lehrer oder gar Schüler eigene Geräte mit in den Unterricht nehmen müssten, um einen modernen Unterricht zu ermöglichen. "Die Schulen brauchen eine verlässliche, bayernweit einheitliche IT-Infrastruktur samt allen dazugehörigen Service-Leistungen", forderte Schmidt.

Im Schneckentempo

Nach Ansicht von SPD-Fraktinsvizin Simone Strohmayr werden die Schüler in Bayern zu wenig an die neuen digitalen Lernwelten herangeführt. "Wir sind im Schneckentempo in die Lernwelt 4.0 unterwegs", kritisierte sie. Eine Anfrage im Kultusministerium habe ergeben, dass nur an 210 der 5500 bayerischen Schulstandorten moderne Tablet-Computer als Klassensätze vorhanden seien. In der Oberpfalz sind es nur 17. Strohmayr forderte eine höhere Unterstützung der Kommunen bei der Anschaffung von Geräten. Neben dem Breitbandausbau müsse der Freistaat auch stärker in die Hard- und Software an den Schulen investieren.
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