Pilgern mit Fuß und Herz

Tausende Menschen pilgern seit Donnerstag bei durchwachsenem Wetter nach Altötting. Es ist regnerisch, bewölkt und frisch. Pilgerführer Bernhard Meiler ist dennoch zufrieden.

(räd) "Durchwachsenes Wetter ist mir lieber als 35 Grad. Das wäre für viele Teilnehmer viel beschwerlicher", sagt er. Als am Donnerstag um 8 Uhr die Pilger in Regensburg zur 186. Diözesanfußwallfahrt aufbrachen, hat Meiler (58) schon einen anstrengenden "Weg" hinter sich. Der Pilgerführer aus Luhe-Wildenau (Kreis Neustadt/WN) organisiert die größte Fußwallfahrt Deutschlands.

Herr Meiler, warum tut man sich so einen Marsch an?

Das müssten Sie die Pilger fragen! Es ist natürlich immer ein Herzstück Glaube dabei. In jedem Fall aber gehört Freude am Pilgern dazu. Und das Ziel, in diesem Fall die Gnadenmutter in Altötting. Das Motto dieses Jahr lautet: "Schüttet vor mir das Herz aus." Das sagt eigentlich schon alles.

Welche Anliegen haben die Gläubigen?

Manche Pilger gehen nach Altötting, um der Mutter Gottes zu danken. Für alles, was Gutes geschehen ist - sei es in der Familie, im Beruf oder Gesundheit. Aber in das Herz der Pilger kann niemand reinschauen. Viele gehen auch mit, weil es Probleme in der Familie gibt, im Beruf, in der Ehe. Es gibt auch junge Leute, die sich eine gute Note fürs Abitur erhoffen. Es gibt irrsinnig viele Gründe. Spätestens wenn man das Gnadenbild sieht, springt der Funke über, glaube ich. Die knallhärtesten Menschen können ganz weich werden, wenn man sie am richtigen Punkt trifft.

Wann haben Sie mit den Vorbereitungen begonnen?

Nach der Wallfahrt ist vor der Wallfahrt. Bei einer großen Abschlussbesprechung analysieren wir die Wallfahrt und fragen uns, was wir besser machen können. Bei einer Sitzung im November wird bereits das Motto festgelegtet. Richtig los geht's in der zweiten Januar-Woche. Da werden dann die wichtigsten Punkte beschlossen. Ich muss alles so weit vorbereiten, damit ich vom Vorstand grünes Licht bekomme. In der Fastenzeit kümmern wir uns um die zahlreichen Unterkünfte.

Welcher Moment ist für Sie persönlich der bewegendste?

Das ist zweifelsohne der Einzug in Altötting. Vor allem, wenn ich von Polizei, Rotem Kreuz und den Ordnungshelfern die Information bekomme, dass wir unfallfrei und ohne größere Zwischenfälle angekommen sind. Und natürlich, wenn uns der Administrator das Gnadenbild zeigt und der Bischof von Regensburg, der ja den letzten Tag komplett mitgeht, den Festgottesdienst hält.

___

Weitere Bilder und Streckenkarte im Internet: http://www.oberpfalznetz.de/altoetting
Weitere Beiträge zu den Themen: Themen des Tages (14863)Meiler (4)Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.