Pistorius: Anklage kritisiert Urteil und will Mordprozess
"Schockierend mild"

Richterin Thokozile Masipa verschob die Entscheidung über ein Berufungsverfahren. Bild: dpa
Ein südafrikanisches Gericht hat die Entscheidung über ein mögliches Berufungsverfahren gegen Paralympics-Star Oscar Pistorius überraschend vertagt. Richterin Thokozile Masipa sagte nach Plädoyers von Anklage und Verteidigung am Dienstag, ihre Entscheidung werde am Mittwoch bekanntgegeben.

Die Staatsanwaltschaft fechtet das Urteil zu fünf Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung an und will den beinamputierten Sprinter stattdessen wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp verurteilt sehen. Pistorius hatte das Urteil in erster Instanz akzeptiert. Sollte es zu einer Berufung kommen, könnte die Verteidigung eine Freilassung auf Kaution beantragen.

Das Strafmaß von fünf Jahren Haft sei "auf schockierende Weise" zu milde, sagte Staatsanwalt Gerrie Nel bei der Anhörung. Pistorius (28) hatte im Februar 2013 seine Freundin mit vier Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür getötet. Er wurde wegen Mordes angeklagt. Richterin Masipa sah die Beweislage dafür jedoch in erster Instanz als unzureichend an und sprach ihn lediglich wegen fahrlässiger Tötung schuldig.
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