Plädoyer für Photovoltaikanlagen - Experte sagt: Sie können 40 Jahre halten
Strom vom eigenen Dach holen

Klimaschutz, der sich auch rechne, das ist für Vincent Clarke der Eigenverbrauch des mit Photovoltaikanlagen erzeugten Stromes. Der Diplomingenieur (FH) für Energie- und Umweltsystemtechnik und Klimaschutzmanager der Stadt Sulzbach-Rosenberg betonte dies bei einer gut besuchten Info-Veranstaltung im Gasthaus Kopf in Altmannshof. Die Rendite sei heute bereits doppelt so hoch wie bei Kapitalanlagen. Und wenn der Strompreis weiter steige, könne sogar eine jährliche Eigenkapitalrendite von fast vier Prozent erwirtschaftet werden.

Gemeinde produziert auch

Stellvertretender Bürgermeister Hermann Böhm sagte, mit den PV-Anlagen auf Schule und Bauhof produziere die Gemeinde Poppenricht Strom für sich selbst und die Netzeinspeisung. Anlagen auf weiteren Gemeinde-Liegenschaften seien in Planung. Der kommunale Energieberater Jürgen Stauber, den Bürgermeister Franz Birkl "zu diesem Job überredet hat", betonte, dass Eigenstromerzeugung immer mehr an Bedeutung gewinne.

Vincent Clarke zeigte die Auswirkungen des Klimawandels auf. 2015 seien die bisher höchsten Juni- und Juli-Temperaturen gemessen worden. Januar, Februar, März, Mai, August und September seien die zweitwärmsten Monate bisher gewesen. Auch für den Oktober und den November sei mit Wärme- und Trockenheitsrekorden zu rechnen.

Wir dürften nicht auf die Politik vertrauen, meinte Clarke, wir müssten selbst etwas tun, um dem Klimawandel entgegenzutreten. Bestens geeignet seien PV-Anlagen zur Erzeugung von Strom, der selbst verbraucht oder eingespeist werden könne. Diese seien nicht teuer, wartungsarm und langlebig. Außerdem würden sie sich selbst abzahlen. Die PV-Anlage schone das Dach und verschwende im Gegensatz zu den Boden-Varianten keine Grünflächen.

Ost-West-Anlagen

Vincent Clarke riet grundsätzlich dazu, Fachfirmen zu Rate zu ziehen. Wenn die Einspeisevergütung immer mehr sinke, rechne es sich immer mehr, PV-Strom selbst zu nutzen und nur den Überschuss abzugeben. Spitzenwerte würden erzielt, wenn PV-Anlagen nach Süden ausgerichtet seien. Für den Eigenverbrauch hätten Ost-West-Anlagen Vorteile, da sie bereits in den Morgen- und auch noch in den Abendstunden liefern, zu Tageszeiten, in denen im Haushalt Strom gebraucht werde.

An Fallbespielen verdeutlichte der Energieberater, dass bereits kleine Anlagen für den Eigenverbrauch geeignet seien. Heute installiert, könnten sie durchaus 40 Jahre halten. Bei einer linearen jährlichen Strompreiserhöhung von drei Prozent ergebe sich für den Nutzer eine Stromkosten-Einsparung von 20 000 Euro.

Clarke sprach neben Strom-Speichern, die aber noch ausbaufähig seien, die Vorteile von Warmwasser-Wärmepumpen an.
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