Plädoyer für Stromtrassen in Bayern: Tennet sorgt sich beim Netzausbau um Versorgung - "Zeit ...
Netzbetreiber warnt vor Stromlücke

Der Stromnetzbetreiber Tennet hält alle in Bayern geplanten neuen Stromtrassen für zwingend erforderlich, wenn die Ziele der Energiewende erreicht werden sollen. "Für uns ist zweifelsfrei belegt, dass wir alle geplanten Stromtrassen brauchen", erklärte Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung, in München.

Die von Ministerpräsident Horst Seehofer als Alternative ins Gespräch gebrachten neuen Gaskraftwerke für Bayern würden die künftigen Probleme bei der Stromversorgung nicht lösen und zudem den Strompreis verteuern. Hartmann appellierte an die Politik, bald eine endgültige Enscheidung über den Netzausbau zu treffen. "Uns läuft die Zeit davon", warnte er. Nach Berechnungen von Tennet wird der Freistaat nach Abschaltung der Kernkraftwerke in acht Jahren etwa 30 Prozent seines Jahresstromverbrauchs importieren müssen. Diese Lücke könne nicht durch Gaskraftwerke geschlossen werden, sondern nur durch neue Stromverbindungen in den Norden, wo nach den Ausbauplänen des Bundes deutlich mehr Strom produziert werden soll, als dort benötigt wird. Um die Versorgungssicherheit in Bayern und die Stabilität der Stromnetze nicht zu gefährden, müssten bis 2022 sowohl die Trasse "SuedLink" im Westen Bayerns wie die Oberfranken und die Oberpfalz tangierende Gleichstrompassage Südost fertiggestellt sein. Technisch wäre eine Lösung ohne neue Trassen möglich, allerdings würde das zu einem starken Anstieg der Strompreise führen.

"Wenn die Energiewende wirtschaftlich funktionieren soll, dann brauchen wir die neuen Trassen", sagte Hartman. Ungeachtet dessen will Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in Kürze einen Energiedialog mit den Bürgern starten, in dessen Verlauf auch geklärt werden soll, ob neue Trassen notwendig sind. "Ein Dialogprozess, der mit einem Ergebnis beginnt, ist eine Farce", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung ihres Ministeriums. Die Ergebnisse des Dialogprozesses sollen in das schon mehrfach angekündigte überarbeitete Energiekonzept der Staatsregierung einfließen. (Kommentar und Seite 3)

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/gleichstromtrasse
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