Pluto verblüfft die Forscher

Das neueste von der Nasa herausgegebene Farbfoto zeigt Pluto, fotografiert von der Raumsonde "New Horizons". Das Bild wurde bearbeitet, um die Oberflächenstrukturen des fernen Himmelskörpers deutlich sichtbar zu machen. Bild: NASA/JHUAPL/SwRI/dpa

Im Sommer hat mit "New Horizons" erstmals eine Sonde von der Erde den Zwergplaneten Pluto erreicht und untersucht. Jetzt veröffentlichen die Wissenschaftler ihre teils überraschenden Erkenntnisse.

Pluto ist demnach deutlich vielfältiger als gedacht. Die Sonde "New Horizons" der US-Raumfahrtagentur Nasa hat Berge, Schluchten, kraterzerklüftete Landschaften und ausgedehnte, glatte Eisebenen erspäht. Pluto und sein größter Mond Charon zeigen eine unerwartete geologische Aktivität, wie die Forscher um Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Staat Colorado) im Fachblatt "Science" berichten.

Eine perfekte Kugel

So hat "New Horizons" erstmals den Durchmesser des Eiszwergs genau bestimmt: Pluto misst demnach 2374 Kilometer. Eine Abplattung wie etwa bei der Erde durch die Eigenrotation konnte die Raumsonde nicht feststellen - der Zwergplanet ist kugelrund.

Plutos Oberfläche wird von Eis bestimmt. "New Horizons" hat jedoch Berge fotografiert, die sich bis in 3000 Meter Höhe recken. Das Stickstoff-, Kohlenmonoxid- und Methaneis, das bereits vor dem Besuch der Raumsonde auf dem Zwergplaneten nachgewiesen wurde, ist für derart hohe Berge viel zu weich. Die Forscher nehmen daher an, dass diese Eissorten vielerorts nur eine relativ dünne Schicht auf der Oberfläche bilden und sich darunter das deutlich härtere Wassereis zu Bergen türmt. Plutos Gebirge, die es durchaus etwa mit den Rocky Mountains in Nordamerika aufnehmen können, bestehen also aus Eisbergen.

Gletscher und Farbvielfalt

In der Eisebene Sputnik Planum erspähte die Raumsonde Hinweise auf eine Art Gletscher. Das Eis scheint dort in Bewegung gewesen zu sein oder immer noch zu fließen. Aufnahmen zeigen, wie die Eisschichten Hindernisse umflossen haben. Verblüfft hat die Forscher auch die Farbvielfalt des Zwergs. Neben nahezu komplett weißen Eisebenen gibt es auf Pluto rötliche und leicht bläuliche Landschaften. Die Rottöne stammen vermutlich von Kohlenstoffverbindungen namens Tholinen, die sich mit Hilfe ultravioletter Strahlung oder durch den Beschuss mit schnellen kosmischen Teilchen aus dem Stickstoff-Methan-Mix auf Pluto bilden. Schon in geringer Konzentration sorgen sie für gelbe bis dunkelrote Farbtöne.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.