Polizei jagt in Europa Terror-Verdächtige

Bewaffnet und mit Sturmhaube sichert ein Polizist ein Gebäude der belgischen Bundespolizei in Brüssel. Bild: dpa

Belgische Polizisten sind ins Fadenkreuz islamistischer Terroristen geraten. Nur knapp vereitelten Fahnder einen Anschlag. Nun ist das Land im Alarmzustand - und verschärft die Sicherheitsmaßnahmen.

Islamistische Extremisten haben in Belgien nach Behördenangaben einen größeren Anschlag mit Maschinenpistolen und Sprengstoff auf die Polizei geplant. Fahnder nahmen in Belgien und Frankreich insgesamt 15 Verdächtige fest, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Brüssel mit. Zwei Terrorverdächtige waren am Donnerstagabend bei einem Schusswechsel in Verviers im Osten des Landes ums Leben gekommen.

Die Behörden riefen die zweithöchste Terrorwarnstufe aus. Die Regierung des liberalen Premiers Charles Michel beschloss einen Zwölf-Punkte-Plan zum Kampf gegen Terrorismus und Radikalismus. So sollen Soldaten öffentliche Plätze und Einrichtungen schützen, und Telefone vermehrt abgehört werden. In Belgien gab es an mehreren Orten 13 Festnahmen, in Frankreich zwei. Die Staatsanwaltanwaltschaft berichtete zudem von zwölf Hausdurchsuchungen. In Verviers fanden die Beamten unter anderem Kalaschnikow-Sturmgewehre des Typs AK47, Munition, Sprengstoffe, Sprechfunkgeräte und Polizeiuniformen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric van der Sypt sagte: "Diese Gruppe wollte Polizisten auf der Straße oder in Kommissariaten töten." Mehrere Mitglieder seien im Syrien-Krieg gewesen. Die meisten Verdächtigen haben die belgische Staatsbürgerschaft.

In Frankreich nahmen Ermittler im Zusammenhang mit der Terrorwelle der Vorwoche zwölf Menschen fest. Sie sollten wegen möglicher Verbindungen zu den drei Attentätern vernommen werden. Es gehe vor allem um die Frage, ob sie den Terroristen Waffen oder Fahrzeuge organisierten und damit logistische Unterstützung für die Anschläge leisteten.

In Berlin nahm die Polizei bei einem Großeinsatz gegen gewaltbereite Islamisten zwei Terrorverdächtige fest. Die beiden Türken sollen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt und eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Syrien vorbereitet haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten.

"Spiegel": Terror-Warnung

Bei deutschen Sicherheitsbehörden sind laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Hinweise auf mögliche Terroranschläge eingegangen, die mutmaßliche Anschlagsziele in Deutschland benennen. Ausländische Nachrichtendienste hätten übereinstimmende Meldungen weitergeleitet. Es gebe Hinweise auf Bahnhöfe in Berlin und Dresden sowie Pegida-Demonstrationen als mögliche Anschlagsziele.

Bei Protesten gegen Mohammed-Karikaturen des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo"kam es in der südpakistanischen Stadt Karachi zu schweren Zusammenstößen. Rund 400 Anhänger einer islamistischen Partei hätten nach dem Freitagsgebet versucht, das französische Generalkonsulat zu stürmen, sagte ein ranghoher Polizist. Aufgebrachte Muslime zündeten im zentralafrikanischen Niger ein französisches Kulturzentrum an.
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