Polizei schnappt sechs Männer auf frischer Tat
Babyhandel in der Partnerstadt

Dieses Bild veröffentlicht die europäische Polizeibehörde auf ihrer Internetseite. Es zeigt eine der Festnahmen in Griechenland. Bild: Europol
Amberg/Trikala. (tk) Der griechischen Polizei ist ein Schlag gegen sechs Männer gelungen, die Neugeborene an wohlhabende Adoptiveltern verkauften. Die Täter wurden geschnappt - auf frischer Tat in Ambergs Partnerstadt Trikala.

Mit einer von langer Hand vorbereiteten Undercover-Aktion haben Europol-Ermittler eine griechisch-bulgarische Gruppe von Babyhändlern auffliegen lassen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Vier Griechen im Alter von 45 bis 49 Jahren sowie zwei Bulgaren (33 und 45 Jahre) seien in der Stadt Trikala überführt worden, habe die griechische Polizei dazu mitgeteilt.

Dieses "gut organisierte Netzwerk" werde verdächtigt, elf Säuglinge an adoptionswillige Paare veräußert zu haben. Den Ermittlungen zufolge sollen die Menschenhändler unverheirateten Schwangeren in Bulgarien angeboten haben, ihr Kind an griechische Eltern zu verkaufen. Stimmten die Frauen zu, seien sie betreut und zur Geburt an ein griechisches Krankenhaus vermittelt worden.

Die Ermittler hatten sich laut AFP zum Schein an die Gruppe gewandt und als interessiertes Paar ausgegeben. Daraufhin seien den vermeintlichen Eltern binnen kurzer Zeit "zwei oder drei verschiedene Säuglinge" für jeweils 10 000 Euro angeboten worden, heißt es in der Polizeimitteilung.

Bei der Übergabe eines 21 Tage alten Kindes gegen die vereinbarte Summe seien die Täter festgenommen worden, ließ die griechische Polizei AFP wissen. Unter den Festgenommenen seien die 29-jährige Mutter des Babys sowie ein griechischer Anwalt und ein griechischer Notar, die sich um die Formalitäten der Adoption hätten kümmern sollen.

Gefasst wurden die Täter im Zuge der europaweiten "Operation Archimedes", mit der Europol gegen die organisierte Kriminalität vorging.
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