Polizei zieht Drohne über Unglücksort aus Verkehr
Augen am Himmel

Mit einer solchen Kameradrohne beobachtete ein 50-Jähriger das Geschehen an einer Unglücksstelle in Weiden. Das ist verboten, warnt die Polizei. Der 50-Jährige, der die Aufnahmen vertreiben wollte, muss sich nun gleich wegen mehrerer Ordnungswidrigkeiten verantworten. Bild: dpa
Weiden. (mte) Der umgestürzte Bagger, den ein Autokran am Mittwochabend, 25. März, aus der Baugrube auf dem NT-Gelände barg, geriet plötzlich zur Nebensache. Staunten die bei der Unfallaufnahme eingesetzten Polizisten doch nicht schlecht, als plötzlich eine ferngesteuerte Kameradrohne über ihnen und der Unglücksstelle in der Weigelstraße schwebte. So nicht, wussten die Beamten mit Blick auf luftrechtliche Vorschriften - und starteten laut Polizeibericht ihre Suche nach demjenigen, der den sogenannten Quadrocopter steuerte. Und das dauerte.

Der 50-jährige Besitzer des unbemannten Luftfahrtsystems stand mit der Fernbedienung für sein Fluggerät auf dem Gehweg der Dr.-Pfleger-Straße. Unbeirrt navigierte er die Kameradrohne weiter, als die Polizisten ihn ansprachen. Erst als die Beamten die vielen Verstößen aufzählten, derer sich der Mann aus dem östlichen Teil des Landkreises gerade schuldig gemacht hat, lenkte er ein: Der 50-Jährige ließ seinen Quadrocopter nach 20-minütigem Flug neben seinem am Straßenrand geparkten Auto landen, sein Begleiter verstaute das Fluggerät im Kofferraum und der 50-Jährige gab seine Personalien preis. Dabei stellte sich heraus, dass der Ordnungswidrigkeiten-Katalog sich wohl noch verlängert. Denn der Besitzer des Fluggeräts vertreibt als Selbstständiger die von der Kameradrohne gefertigten Aufnahmen gewerbsmäßig. Die dafür nötige Genehmigung durch das Luftamt Nordbayern führte der 50-Jährige nicht mit. Genau gelesen hat er sie wohl auch nicht, mutmaßt die Polizei in ihrem Bericht. Denn der Landkreisbürger hat gleich gegen mehrere Auflagen verstoßen.

Hier folgt ein Überblick:


So führte er die sogenannten Aufstiegserlaubnis nicht mit.
Zudem darf sein Fluggerät nur zwischen Sonnenauf- und -untergang betrieben werden.
Innerhalb geschlossener Ortschaften ist vor dem Start die zuständige Polizeidienststelle zu informieren.
Über Unglücksorten ist der Betrieb eines unbemannten Luftfahrtsystems grundsätzlich nicht gestattet.
Das gilt auch für Flüge über Justizvollzugsanstalten, Industrieanlagen, Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung, über militärisches Gebiet sowie über Menschen und Menschenansammlungen.
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