Porsche-Chef Müller Favorit bei Volkswagen

Porsche-Chef Matthias Müller (links) soll offenbar auf Martin Winterkorn folgen. Archivbild: dpa

Im VW-Konzern beginnt das große Aufräumen. Der Aufsichtsrat sucht einen Nachfolger für den abgetretenen Vorstandschef Winterkorn. Schafft es Porsche-Chef Müller an die Spitze des Auto-Imperiums?

Matthias Müller gilt als klarer Favorit für die Nachfolge von Martin Winterkorn an der Spitze von Volkswagen. Dies verlautete am Donnerstag aus Unternehmenskreisen. Die Entscheidung über die neue Führungsspitze soll heute bei der Sitzung des VW-Aufsichtsrats fallen. Müller würde auf Winterkorn folgen, der seinen Posten am Mittwoch wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte geräumt hatte. Bei der VW-Tochter Porsche habe der bisherige Produktionsvorstand Oliver Blume (47) wiederum sehr gute Karten, Müller-Nachfolger zu werden, hieß es. Die Folgen der Manipulationen kosteten nach Winterkorn weitere Spitzenmanager den Job. Bei den Töchtern Porsche und Audi müssten der für Forschung zuständige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz und Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg gehen, wie die Deutsche Presseagentur aus Konzernkreisen erfuhr. Nach ersten Gesprächen der Untersuchungskommission des Bundesverkehrsministeriums teilte Minister Alexander Dobrindt (CSU) mit, dass auch in Europa VW-Dieselmotoren manipulierte Abgaswerte aufweisen. Die EU-Kommission fordert vollständige Aufklärung von den nationalen Behörden. Diese sollten herausfinden, wie viele Autos mit manipulativer Software ausgestattet wurden. Binnenmarktkommissarin Elzbieta Bienkowska sagte: "Unsere Botschaft ist klar: Null Toleranz bei Betrug und absolute Einhaltung der EU-Regeln." Von den Problemen bei VW sind neben Audi weitere Töchter betroffen. Innerhalb des Konzerns teilen sich die Unternehmen etliche Bauteile. Ein Sprecher von Skoda bestätigte, Modelle der Reihen Fabia, Roomster, Octavia und Superb aus den Jahren 2009 bis 2013 seien teilweise mit den betroffenen Motoren ausgerüstet worden.

Klar ist, dass vier Reihen der Tochter Audi betroffen sind: Der Motor vom Typ EA 189 sei in Modellen des A1, A3, A4 und A6 verbaut worden, sagte ein Audi-Sprecher. Ob die Autos von den Software-Manipulationen betroffen seien, könne man noch nicht sagen, hieß es bei Audi. Im Raum steht die Frage, ob andere Hersteller ebenfalls bei der Abgasmessung getrickst haben könnten. BMW, Daimler, Ford, Opel und Fiat betonten, sich an alle gültigen Vorgaben gehalten zu haben. (Seite 19)
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