Preiswettbewerb macht Krankenkassen nervös

Die AOK Bayern befindet sich auf einem sehr teuren Gesundheitsmarkt, deshalb ist es nicht ganz einfach, bei der Preisgestaltung mit den anderen Schritt zu halten.

Wettbewerb ist gut und hält die Preise in Schach. Kaum einer widerspricht dem. Doch wenn es ernst wird, sieht dies für viele anders aus. Bayerische Krankenkassen beklagen eine Wettbewerbsverzerrung.

Für die meisten Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen in Bayern werden die Beiträge nächstes Jahr nicht sinken. Gleichzeitig werben Kassen, die ihren Sitz außerhalb Bayerns haben, mit Einsparmöglichkeiten um neue Versicherte. Aus bayerischen Kassen kommt daher die Forderung nach neuen Regeln für den Finanzausgleich in der gesetzlichen Krankenversicherung.

4,3 Millionen Versicherte

Die AOK Bayern - mit rund 4,3 Millionen Versicherten mit Abstand größte Krankenkasse im Freistaat - bleibt beim bisherigen Einheits-Beitragssatz von 15,5 Prozent. Auch die Siemens-Betriebskrankenkasse mit rund einer Million Versicherten wird nicht billiger. Lediglich einige kleinere Betriebskrankenkassen bleiben unter diesem Wert, so geht die Audi-BKK mit einem Beitragssatz von 15,3 Prozent ins neue Jahr.

Deutlich billiger werden die AOK Sachsen-Anhalt und die AOK Plus, die in Sachsen und Thüringen aktiv ist. Sie senken ihren Beitragssatz jeweils auf 14,9 Prozent und machen damit Werbung um neue Mitglieder. Diese Krankenkassen sind zwar auf ihre Bundesländer beschränkt. Doch Mitglieder der Selbstverwaltung der AOK Bayern berichten, dass es vor allem in Franken Fragen von Versicherten gebe, warum jenseits der Landesgrenze die dortige AOK damit werben kann, dass ihre Mitglieder künftig dreistellige Summen pro Jahr sparen.

Der Verwaltungsratsvorsitzende der bayerischen AOK, Fritz Schösser, will die AOKs anderer Bundesländer nicht offen kritisieren. Aber er stellt fest: "Die AOK Bayern befindet sich auf einem sehr teuren Gesundheitsmarkt, deshalb ist es nicht ganz einfach, bei der Preisgestaltung mit den anderen Schritt zu halten." Deutlicher ist die Chefin des Landesverbands der bayerischen Betriebskrankenkassen, Sigrid König. Sie spricht von einem "verzerrten Wettbewerb". Vor allem Kassen in Ostdeutschland bekämen im Finanzausgleich mehr Geld zugewiesen, als sie bräuchten.

Auch andere billiger

Auch einige bundesweit wählbare Kassen schaffen es, 2015 billiger zu werden. Die HKK aus Bremen senkt ihren Satz auf 15,0 Prozent, erklärt Pressesprecher Holm Ay. Andere werden wenig billiger oder senken ihren Beitragssatz gar nicht. Die DAK Gesundheit bleibt bei 15,5 Prozent. Nach Informationen aus Kassenkreisen will auch die Barmer GEK einen gleichbleibenden Beitragssatz beschließen. Die Techniker Krankenkasse teilte am Freitag eine Senkung um 0,1 Prozentpunkte auf 15,4 Prozent mit.
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