Privatinternat stellt Insolvenzantrag - "Noch Hoffnung"
Odenwaldschule vor dem Aus

Die krisengeschüttelte Odenwaldschule steht trotz großer Anstrengungen vor dem Aus. Die Finanzierung sei nicht gesichert, teilte der Trägerverein am Dienstag in Heppenheim mit. Darlehenszusagen seien nicht nachzuweisen gewesen seien, die Schule habe Insolvenz angemeldet. Das aktuelle Schuljahr solle aber "klar und geordnet" zu Ende gebracht werden.

Insolvenzverwalterin Sylvia Rhein betonte, sie habe noch Hoffnung für die traditionsreiche Schule. "Ich bin dagegen zu sagen: ,Wir sind hier am Ende'", betonte sie. "Wir prüfen die Fortführung, nicht die Zerschlagung." Sie kritisierte, dass die Odenwaldschule in einer Mitteilung von einer Einstellung des Betriebs gesprochen habe. Die Aufsichtsbehörden äußerten sich zurückhaltender. "Die Zukunft der Odenwaldschule ist äußerst fraglich", sagte der Vize-Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf (Grüne). Die Schüler sollten sich eine Alternative suchen.

Vor kurzem hatte sich die Privatschule noch optimistisch zur eigenen Zukunft geäußert. Im Mai hieß es, die für einen Weiterbetrieb notwendige Summe von 2,5 Millionen Euro sei aufgetrieben worden, eine neue Betriebserlaubnis nach Umstrukturierungen sei zum Greifen nahe.

Am Dienstag wurde dann mitgeteilt, die Löhne für den Mai hätten nicht mehr bezahlt werden können. Die Zahl der Schüler sei auf einen Tiefststand gesunken, sie liege demnächst nur noch bei etwa 80. Dabei sei mit 125 Schülern gerechnet worden. Ausgangspunkt der Misere der Odenwaldschule ist ein Skandal um sexuellen Missbrauch großen Ausmaßes, der lange vertuscht wurde und vor fünf Jahren an die Öffentlichkeit kam.
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