Prozess: Fünf Jahre Haft für Pyramiden-Diebstähle
Pharaonisches Urteil

In Ägypten sind drei Deutsche und sechs Einheimische zu fünf Jahren Haft für den Diebstahl von Teilen der Cheops-Pyramide verurteilt worden. Das Urteil habe ein Gericht in Giseh am Dienstagabend gefällt, teilte einer der Zeugen des Prozesses, Osama Karar, der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch mit. Die drei Deutschen seien in Abwesenheit verurteilt worden, ihre sechs ägyptischen Helfer müssten jedoch aus der Untersuchungshaft direkt ins Gefängnis.

In dem Prozess war der Chemnitzer Hobby-Archäologe Dominique Görlitz gemeinsam mit zwei Kollegen und den ägyptischen Helfern wegen der Entnahme von Gesteinsproben angeklagt. Die Deutschen hatten im Anschluss die Proben zu Untersuchungen in die Bundesrepublik gebracht. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Vorgang als Diebstahl, weil ihnen eine Genehmigung fehlte. Die Angeklagten selbst behaupteten, eine Erlaubnis eingeholt zu haben. Sie waren seit Prozessbeginn nicht mehr nach Ägypten gereist.

Karar, der bei den Pyramiden als Reiseführer arbeitet und sich im Altertumsschutz engagiert, sagte, die Verteidigung bereite bereits eine Revision des Falles vor. Die Anklage habe den Verurteilten vor allem die Beschädigung einer Kartusche im Inneren der Cheops-Pyramide vorgeworfen. "Aber das ist eine Lüge", sagt er.
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